Kreis Südliche Weinstraße Reanimation geglückt
Im Dezember vergangenen Jahres sollte der Traditionsverein Böhämmer-Jagdclub mit damals noch 17 Mitgliedern aufgelöst werden. In diesem Jahr wurde nach vielen Anstrengungen ein neuer Vorstand gewählt. 60 neue Mitglieder sind seither eingetreten. „Die Reanimation ist gelungen“, sagt der Vorsitzende Paul Bischof. Die Reha wird dauern.
Der Anfang dafür wurde am Dienstag mit einem Fest auf dem Vereinsgelände am Wonneberg gemacht. Die 20 Helfer konnten den Besucherandrang kaum bewältigen. Paul Bischof ist gebürtiger Bad Bergzaberner und erst im vergangenen Jahr wieder in seine Geburtsstadt gezogen. „Es ist der einzige Verein dieser Art in Europa. Wir wollen die Tradition fortsetzen“, nennt er seine Motivation, dem 1948 gegründeten Verein beizutreten. Tradition ist das Schießen mit dem Blasrohr, mit dem einst in den Wäldern rund um Bad Bergzabern eine Bergfinkenart geschossen wurde. Vögel werden natürlich nicht mehr erlegt, aber das Schießen mit Blasrohr und Tonkugeln ist eine Kunst, die gelernt sein will. Beim Maifest konnte sie nicht vorgeführt werden, der Schießstand auf dem Vereinsgelände ist, wie alle Gebäude, renovierungsbedürftig. Zudem haben kurz vor dem Fest Vandalen ihr Unwesen getrieben. „Wir werden schrittweise vorgehen“, kündigt der neue Vorsitzende auch angesichts der 1956 gebauten Vereinsgaststätte an, die nicht mehr genutzt werden kann. Sein Amt angetreten hat er mit 23,50 Euro in der Vereinskasse, da braucht es noch einiges, bis die Sanierung in Angriff genommen werden kann. „Mit einer Spende der Volksbank ist zumindest ein Anfang gemacht. Wir brauchen weitere Hilfe und Mitglieder“, appelliert Bischof an ausgetretene Mitglieder, zurückzukommen. Denn die Gaststätte soll wieder bewirtschaftet werden, es soll Spieleabende geben und schnellstmöglich das Blasrohrschießen wieder geübt werden. „Wir haben einige Schützen, die aus acht Metern Entfernung eine Zigarette in der Hand treffen“, weiß Bischof. „Wichtig ist, dass der Verein wieder auf die Beine kommt“, war auch die Motivation von Thomas Hoffmann, als zweiter Vorsitzender Verantwortung zu übernehmen. Ein neues Mitglied ist Andreas Cebulski aus Dörrenbach. Er wird in diesem Jahr das Aushängeschild des Hameckermarktes sein. Die Zentrumsmanagerin der Stadt, Susanne Schultz, freut sich über die Vernetzungen der Initiativen: „Der Böhämmerverein hat den Böhämmer-Weinstand auf dem Hameckermarkt übernommen, die Kinder der Grundschule singen das Böhämmerlied auf dem Markt und es gibt auch eine Böhämmer-Arbeitsgemeinschaft in der Schule.“ Info Wer Mitglied werden möchte, kann sich bei Gisela Gander melden, Telefon 06343 7605. Spendenkonto: Böhämmer-Jagdclub“, Iban: DE 7754 8500 1000 2600 1081, VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau.