Kreis Südliche Weinstraße Raus aus der Einsamkeit

Es wurde auch musiziert und gesungen im Haus der Familie in der Kurstadt.
Es wurde auch musiziert und gesungen im Haus der Familie in der Kurstadt.

Fröhliche Weihnachten im Haus der Familie: So lautete auch am Montagabend das Motto für Alleinstehende. So durfte Initiatorin Helga Schreieck zusammen mit ihren Helfern gegen 18 Uhr 25 meist ältere Menschen begrüßen. Drei der Eingeladenen mussten ihre Teilnahme wegen Krankheit absagen. Dabei waren wie in den Jahren zuvor ein paar Bewohner der Pro Seniore Residenz in Bad Bergzabern. Ein Team aus Ehrenamtlichen hatte die Feier vorbereitet und gestaltete auch den Abend. Für knapp drei Stunden sorgte das Programm für Abwechslung. Als eine im Rollstuhl sitzende ältere Dame hereingefahren wurde, war sie total verzückt. „Mein Gott, ist das schön hier!“ freute sie sich. Zum Programm gehört, dass einige der Damen und Herren aus ihren Wohnungen oder Häusern abgeholt und folglich nach Ende der Veranstaltung wieder nach Hause gebracht werden. Ein leckeres Essen, ein Muss am Weihnachtsabend, ist stets Höhepunkt der Veranstaltung. Dieses Mal gab es ein leckeren Gulasch. Dazu wurden Knödel, Rotkraut und Salat gereicht, wobei sich Helga Schreieck um die Beilagen kümmerte. Auch der Nachtisch mundete allen. Roland Gruschinski, der in Pleisweiler-Oberhofen das „Pfälzer Eis-Café“ besitzt, hatte wenige Tage vor Heiligabend bei Helga Schreieck angerufen, ob sie denn schon einen Dessert habe. „Leider noch nicht“, antwortete sie. Am Bescherungsabend kam nun der „Eismann“, stellte zwei köstliche Eistorten auf den Tisch, schnitt diese selbst auf und kredenzte sie den Gästen. Die musikalische Gestaltung übernahm einmal mehr der Chor der Großfamilie Jäger aus Bad Bergzabern. Jedes Jahr zelebriert sie ein kleines Ritual, versammelt sich am Nachmittag im Bad Bergzaberner Wald an einem Tannenbaum, um dort zu musizieren. Direkt im Anschluss geht es dann zum Haus der Familie. Der Familienchor, der ursprünglich aus Mama, Papa und acht Kindern bestand, ist auch nach dem Tod des Vaters zusammengeblieben und tritt in immer mal wieder anderer Formation auf, so auch jetzt. Gudrun Fuchs moderierte die Stücke an. Dabei schaffte es der Chor, unterstützt von Harfen- und Gitarrenklängen die Teilnehmer zum Mitsingen zu animieren. Wie es sich für einen Bescherungsabend gehört, wurden alle Gäste mit einem kleinen Geschenk bedacht. Helga Schreieck: „Es war eine wunderbare Stimmung, ich selbst war so richtig mit dem Herzen dabei und bin einfach froh, dass wir die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder auf die Beine gestellt haben.“ Sie freute sich besonders darüber, dass die Menschen untereinander ins Gespräch kamen, deutlich intensiver als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, wie sie feststellte. Dazu trug wohl die Tatsache bei, dass sich einige der Beteiligten schon aus den Vorjahren kannten. „Es wäre schön, wenn das Kennenlernen an diesem Abend zu weiteren Treffen während des Jahres führen würde, die Damen und Herren dann vielleicht dauerhaft in Kontakt blieben“, so Schreiecks Wunsch. Sie legt großen Wert darauf, dass die Veranstaltung inklusive Essens und Geschenke kostenfrei für alle Gäste ist. „Das Ganze wird von der protestantischen Kirchengemeinde finanziert, wobei wir auch mit Spenden von Menschen unterstützt werden, die von der guten Idee total überzeugt sind.“ Neuauflage versprochen.

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