Kreis Südliche Weinstraße Rückhaltebecken oder Wall?

Fotos machten in der Gemeinderatssitzung Niederotterbach deutlich, dass die Außenentwässerung der Gemeinde bei starken Regenfällen den Wassermassen nicht gewachsen ist. Sturzfluten schießen in den Ort und überfluten teilweise die Keller, wie im Mai vergangenen Jahres. Ist der Maisanbau schuld oder braucht die Gemeinde ein Regenrückhaltebecken war die Frage die lebhaft diskutiert wurde. Eine Entscheidung steht noch aus.
Fast sechs Hektar groß ist das Gebiet, für dessen Entwässerung Said Hartenstein vom Planungsbüro Teambau in Bad Bergzabern zwei Varianten vorstellte. Ein Regenrückhaltebecken oder einen Schutzwall gegen die Wassermassen, beide mit einem Notüberlauf. „Ein Becken mit 200 Kubikmeter Fassungsvermögen entspricht einem 20-jährigen Regenereignis“, informierte Hartenstein, der die grobe Kostenschätzung mit rund 30.000 Euro für beide Varianten angab. Die Höhe eines möglichen Zuschusses ist noch nicht bekannt. Einen deutlichen Zusammenhang sah Ratsmitglied Norbert Einmal zwischen dem Anbau von Mais und den Überflutungen. Er habe sich damit beschäftigt, das Internet sei voll von Argumenten, die diese These stützten. Man solle mit den Landwirten reden, und unter anderem Blühstreifen anlegen, dann könne man das Problem anders lösen ohne viel Geld auszugeben, war seine These. „Wir können den Landwirten nicht vorschreiben, was sie anbauen sollen, wenn wir was machen, dann einen wirksamen Schutz“, war die Meinung von Ortsbürgermeister Rudi Schwöbel. Wofür sich der Gemeinderat entscheidet, steht noch in den Sternen, zunächst soll die schon lange ausstehende Stellungnahme der beteiligten Behörden, Kreisverwaltung und Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd, abgewartet werden. Auch für den maroden Glockenturm auf dem Bürgerhaus wurde keine Entscheidung getroffen. Reparatur oder Abriss war die Frage. Das Holz des Glockenstuhls ist beschädigt, mit der Folge, dass die hölzerne Aufhängung instabil ist. 1779 wurde das Bürgerhaus gebaut, wahrscheinlich ist, dass der Glockenturm gleichzeitig errichtet wurde. In der Dorfchronik wird er 1827 erwähnt. Ein Abriss würde Folgekosten ein für alle Mal verhindern, war ein Argument. Traditionelle Einrichtungen wie dieser Glockenstuhl sollten erhalten bleiben, das andere. Beschlossen wurde, zum Preis von gut 1100 Euro einen Statiker und Holzfachmann zu beauftragen und das Ausmaß der Schäden festzustellen. Wenn die Kosten abgeschätzt werden können, soll eine Entscheidung fallen.