Kreis Südliche Weinstraße Quietschfideler Jubiläumslindwurm
„Berchzawwere sagt de Umzug ab, mir Otterbacher mache do nit schlapp“, war ein Motto beim gestrigen Faschingsumzug in Oberotterbach, bei dem richtig was los war. Rund 15 Fahrzeuge und etliche Fußgruppen zogen bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein durch die Unterdorfstraße. Auch um ein Jubiläum zu feiern, den 50. Umzug in der Gemeinde.
1968 war es eine Initiative von Vereinen, die den ersten Umzug auf die Beine gestellt hat, erinnern sich Wolfgang Faber und Walter Oesterle, Männer der ersten Stunde. Angefangen hat das närrische Treiben aber schon 1967 an der ehemaligen Obsthalle in der Dorfmitte mit einem Wurstschnappen. In diesem Jahr hat der Beigeordnete der Gemeinde, Hartmut Bleicher, die Trommel gerührt, um einen Umzug auf die Beine zu stellen. „Der Umzug liegt mir am Herzen. Zunächst war die Resonanz recht schlecht, dann haben sich doch einige angemeldet“, erzählt er. Zusammengekommen ist eine bunt kostümierte Narrenschar, angeführt von einer Abordnung des Fanfarenzugs Bad Bergzabern. Die erste „mobile Parkbucht“ wurde vorgestellt, die je nach Bedarf auf der Straße abgestellt werden kann. Mit dabei waren auch die fantasievoll verkleidete Kinderschar der örtlichen Kita und das Männerballett der Gemeinde, das lieber „Schoppen statt shoppen“ wollte. „Will der Bürger den Schilderwald?“, war das Thema eines Wägelchens, über und über mit Verkehrszeichen bestückt. Auch Ortsbürgermeister Heinz Oerther ist seit zehn Jahren dabei. „Der erste Wagen, den wir gebaut haben, hatte das Thema Tunnel. Das hat Bad Bergzabern nicht so gut gefallen“, erinnert sich der „Pirat“. Auf dem Wagen der Schützengilde Erzental konnte man Bilder aus fünf Jahrzehnten Faschingsumzug sehen. Das Wassermannzeitalter läutete ein märchenhaft gestalteter Wagen mit Springbrunnen ein. Ein schnittiges Fahrzeug, das schon 2008 „uff de Gass“ war, versprach Hüttengaudi. Unterwegs war auch die Parkbuchtenpolizei mit dem sieben Monate alten Lenny am „Steuer“.