Kreis Südliche Weinstraße Prüfung bestanden

„Es explodiert ja fast“, meint Pro-Seniore-Leiterin Susanne Arnold angesichts des üppigen Bewuchses in den von Schülern aus Pale
»Es explodiert ja fast«, meint Pro-Seniore-Leiterin Susanne Arnold angesichts des üppigen Bewuchses in den von Schülern aus Paletten gebauten Hochbeeten.

In den aus Holzpaletten gefertigten bunten Hochbeeten wachsen üppig Kräuter und Gemüse, die Blumen in den Beeten sind gut angewachsen, das Gelände ist von Unkraut befreit. In der Pro-Seniore-Residenz in Bad Bergzabern haben zwölf Schüler der Realschule plus in einem mehrmonatigen Projekt im rund 1000 Quadratmeter großen Erlebnis- und Sinnesgarten viel geleistet. „Es ist toll geworden“, freut sich Susanne Arnold, die Leiterin der Einrichtung.

Die Schüler von 15 bis 17 Jahren, für die jetzt die Schule zu Ende geht, haben die Klasse 10 BO der Realschule plus des Alfred-Grosser-Schulzentrums besucht, eine von zehn BO-Klassen in Rheinland-Pfalz. BO steht für Berufsorientierung. Drei Tage pro Woche haben die Schüler Unterricht, zwei Tage absolvieren sie Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen. Schüler, die aus vielen Gründen Probleme mit dem Lernen haben, können so ihren Schulabschluss machen. „Die Klasse bestand in diesem Jahr zum ersten Mal ausschließlich aus Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen“, informiert Klassenlehrer Peter Jung, der bei den ganztägigen Einsätzen immer dabei war. Jeweils mit sechs Schülern im Wechsel, während die anderen sechs der Klasse von Horst Götz unterrichtet wurden. Denn es musste ja zum Beispiel ausgerechnet werden, wie viele Paletten für die Hochbeete gebraucht werden oder wie viele Pflanzen in ein Beet passen. Am letzten „Arbeitstag“ hat Susanne Arnold die Schüler zum Grillen eingeladen. Für diesen Abschluss hat sie einen anonyme Spende von 200 Euro bekommen. Von jemandem, der das Projekt gut findet und das Essen finanzieren wollte. „Ich habe keine Ahnung, wer es ist, aber ich freue mich sehr darüber“, sagt die Leiterin. Ein Rundgang durch den Erlebnis- und Sinnesgarten zeigt, was alles geleistet wurde. Die aus Paletten gebauten Hochbeete, die blau und rot gestrichen wurden, sind bunte Farbtupfer auf der grünen Wiese. „Es explodiert ja fast“, sagt Susanne Arnold angesichts des üppigen Bewuchses auf den Beeten. Zitronenmelisse, Liebstöckl, Basilikum, Mangold und viele andere Kräuter- und Gemüsesorten wachsen und gedeihen. „Die Bewohner, vor allem die Frauen, die meist einen Gemüsegarten bewirtschaftet haben, freuen sich darüber“, weiß die Leiterin. Für viele sei es auch eine Erinnerung an die Kindheit. Nebenan ist die vom Kneippverein gespendete Beerenstraße, dort dürfen jetzt Himbeeren oder Johannisbeeren im Vorbeigehen genascht werden. Die Schüler haben auch drei Blumenbeete mit Früh-, Sommer- und Herbstblühern bepflanzt. Die Haselnussbüsche, Kornelkirschen und Schneeballbüsche sind ebenfalls angewachsen. Gearbeitet wurde in den vergangenen Monaten bei jedem Wetter. Die Schüler haben Wege gesäubert und Unkraut entfernt. Die Klangkörper, die Schüler der berufsbildenden Schule gebaut haben, wurden gereinigt und imprägniert. Eine große Hilfe für die Einrichtung mit 270 alten Menschen. Der Erlebnis- und Sinnesgarten besteht seit 2011, nie hat das Budget wirklich gereicht, um alle Wünsche zu erfüllen. Für diese Klasse ist das Projekt beendet, von den zwölf Schülern wissen zehn, wie es bei ihnen weitergeht. Christoph wird in einen Schreinerbetrieb gehen, Yannik die Berufsfachschule I der Berufsbildenden Schule als vielleicht künftiger Elektroniker besuchen. Andere machen eine assistierte Ausbildung, bei der sie eine Fachkraft der Arbeitsagentur begleitet. Kathrin will Masseurin werden. „Pflanzen und Gießen hat Spaß gemacht“, sagt sie. Im kommenden Jahr soll das Projekt mit der nächsten Klasse fortgesetzt werden, dann steht unter anderem der Bau von Insektenhotels auf dem Lehrplan.

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