Kreis Südliche Weinstraße Piksen für den guten Zweck
„Charity Tattoo“ ist eine Idee von Martin Holl. Der Initiator dieser Veranstaltung betreibt seit zwei Jahren auch sein eigenes Tattoo-Studio in der Kurstadt. Es geht ihm darum, eine klassische Tattoo-Convention mit dem sozialen Faktor zu verbinden. Die gesamten Einnahmen der zweitägigen Piks-Aktion sollen einem wohltätigen Projekt zugute kommen. Bereits 2014 veranstaltete Martin Holl eine „Charity Tattoo“ in Jockgrim. Über 7000 Euro kamen damals für die Kinderkrebshilfe zusammen. In den beiden Folgejahren musste das Projekt dann vorübergehend auf Eis gelegt werden, da Holl sein eigenes Tattoo-Studio in Bad Bergzabern eröffnete und zeitlich keinen Spielraum für das Ereignis fand. „Umso glücklicher bin ich, dass es in diesem Jahr wieder geklappt hat“, sagt der Tätowierer, der für die zwei Tage auch die Unterstützung seiner Familie hat, die komplett mit vor Ort war. Auch von der Stadt und vielen ortsansässigen Unternehmen gab es jede Menge Hilfe für das Projekt. Die Besucher konnten sich in der Bad Bergzaberner Schlosshalle von neun nationalen und internationalen Tätowierern, den „Tattoo-Artists“, aus Italien, Frankreich und Japan ihre Wunsch-Motive stechen lassen. Viele der Nadelkünstler waren schon vor drei Jahren in Jockgrim mit dabei. So auch Michael „Mitchi“ Henker aus der Nähe von Würzburg, der in der Oberpfalz auch ein eigenes Tattoo-Studio betreibt. Über Facebook war er anlässlich der Tattoo-Charity 2014 mit Initiator Martin Holl in Kontakt gekommen. „Ich bin dabei, weil es einfach eine super Sache ist“, begründet der wortkarge, aber umso kreativere Tattoo-Künstler aus Bayern seine Motivation für die Charity-Aktion. Er ist extra für die zweitägige Veranstaltung angereist. Gerade war eine junge Frau bei Henker, die ihm auf dem Smartphone das Motiv einer Hawaiiblume zeigte, die sie gerne auf dem Oberarm hätte. Die Zahl der Tattoos, die bei einer solchen Convention gestochen werden, richtet sich in der Regel nach Größe und Art des Tattoos, erläutert Holl. Je größer das Tattoo, desto länger dauert es, desto weniger Tätowierungen. „Der gesamte Erlös der Charity Tattoo soll in diesem Jahr dem Verein Prinzip Hoffnung aus Vorderweidenthal zugute kommen“, sagt Holl. Der 65 Mitglieder zählende Verein setzt sich für schwer kranke und behinderte Kinder aus der Region ein. Da man in dem kleinen Verein auf jede Spende angewiesen ist, war die Freude umso größer, dass ihm die Erlöse überlassen werden. Neben erfahrenen Tattoo-Künstlern waren auch acht Live-Bands auf der Bühne, darunter „King Savage“ und „Rockgrim“, der erste Rockmusikverein seiner Art in der Region. Sie sorgten mit Live-Musik für gute Unterhaltung. Auch Familien mit Kindern hatten ihren Spaß. Neben einer Torwand gab es auch einen Stand für Airbrush-Tattoos und eine Tombola-Verlosung. Insgesamt waren knapp 20 Personen im Einsatz, die Martin Holl bei seiner Charity unterstützten. Um die Stärkung der Gäste mit Essen und Getränken kümmerten sich die Fußballer der SpVgg Bad Bergzabern. Insgesamt waren knapp 250 Besucher bei der „Charity Tattoo“ – weniger als beim letzten Mal. Nicht zuletzt führt Holl die recht enttäuschende Besucherzahl auf die heißen Temperaturen zurück. „Es ist geplant, das Event bei guter Resonanz auch in den kommenden Jahren regelmäßig auszurichten“, verspricht Holl. Um auch in Zukunft noch viele Tausend Euro für kranke oder benachteiligte Menschen zu sammeln.