Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Parken soll bald im gesamten Ort etwas kosten

Die Qual der Wahl: Im Offenbacher Mühlweg gilt noch Anwohnerparken. Das soll sich ändern, wenn die angedachte Neuregelung beschl
Die Qual der Wahl: Im Offenbacher Mühlweg gilt noch Anwohnerparken. Das soll sich ändern, wenn die angedachte Neuregelung beschlossen wird.

Wer in Offenbach seinen Wagen länger am Straßenrand abstellen möchte, wird wohl bald ein Parkticket benötigen. Für weite Teile des Ortes sollen Gebühren erhoben werden. Es gibt jedoch Kritik.

Je nachdem, wo und wie lange Autofahrer in Offenbach ihren Wagen abstellen möchten, werden sie künftig die Parkscheibe an die Windschutzscheibe ihres Fahrzeugs auslegen oder gleich ein Parkticket am Automaten ziehen müssen. Genau das schwebt vielen Mitgliedern des Gemeinderats vor.

Bis auf wenige Bereiche im Ort soll es Parkgebühren in Offenbach geben. So lautet der Plan. Ausgenommen sind die Parkplätze am Queichtalbad und an der Verbandsgemeinde-Verwaltung, die insbesondere von Besuchern der Einrichtungen genutzt werden. Auch die Ortseinfahrten, etwa die Hochstadter Straße und der östliche Bereich der Germersheimer Straße, sollen von der Neuregelung unberührt bleiben, weil es dort laut Ortsbürgermeister Axel Wassyl weniger Anwohner und damit auch so gut wie kein Parkplatz-Problem gibt.

Wie die Parkregelung aussehen soll

Auch das Kurzzeitparken soll kostenfrei bleiben. Nur wer länger als drei Stunden seinen Wagen am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen möchte, wird sein Portemonnaie oder Smartphone zücken müssen. Je nachdem, ob der Betroffene das Ticket am Automaten oder per App kaufen möchte. Ein Euro pro Stunde ist im Gespräch, es soll zudem Tages-, Wochen-, Monats- und Jahrestickets geben, welche Kosten von 5 bis 180 Euro nach sich ziehen sollen.

Das Thema haben die politischen Vertreter schon seit einiger Zeit auf dem Tisch liegen. Angefangen hat alles mit der Debatte zum Mühlweg, wie Ortsbürgermeister Axel Wassyl im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagt. Um dort dem wilden Parken ein Ende zu bereiten und generell für durchgehend freie Stellplätze zu sorgen, wurde das Anwohnerparken eingeführt. Und siehe da: Es habe funktioniert. Laut Wassyl auch deshalb, weil Anlieger ihre Fahrzeuge dann verstärkt auf ihren Grundstücken abstellten. Etwas, das landauf, landab nicht immer der Fall ist und von der Politik bemängelt wird.

Ein Thema, zwei Sichtweisen

Nach dem erfolgreichen Modellversuch habe der Gemeinderat überlegt, auf welche Straßen des Ortes das gebührenpflichtige Parken ausgedehnt werden soll. Das habe dazu geführt, dass nun eine großflächige Lösung angestrebt wird. Das sagt jedenfalls der Ortschef und verweist dabei auf Protokolle aus dem Gemeinderat beziehungsweise dem Haupt- und Finanzausschuss.

Der CDU-Ortsverband hat jedoch eine andere Version der Geschichte. Vorsitzender Philipp Greifenhagen berichtet, dass sich im Gemeinderat lediglich auf ein Parkraumkonzept geeinigt worden sei. Die Situation sollte unter die Lupe genommen werden, um beispielsweise zu klären, wo durch Parkbuchten mehr Ordnung in die Straßen gebracht und der Durchgangsverkehr abgebremst werden könne. Von Gebühren sei keine Rede gewesen. Das habe der Ortschef später „aus dem Hut gezaubert“. Der Ortsvorstand werde sich gegen die Einführung flächendeckender Parkgebühren wehren.

Es wird mit Protesten gerechnet

Axel Wassyl wiederum betont, dass das Parkraumkonzept die Parkraumbewirtschaftung beinhalte. Auf die Debatte angesprochen, betont FWG-Fraktionssprecher Thorsten Fuchs, dass es ihm und seinen Mitstreitern klar gewesen sei, dass das Thema Parken nicht ohne Gebühren im Gremium behandelt werden würde. Die FWG war es allerdings auch, die dazu beigetragen hat, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Auf ihren Antrag hin wurde in der März-Sitzung der Tagesordnungspunkt vertagt. Es soll sich fraktionsübergreifend über Details ausgetauscht werden, unter anderem über die Gebührenhöhe.

Wobei Thorsten Fuchs wissen lässt, dass er unabhängig von der Höhe der Kosten mit Protesten rechnet. Umso wichtiger sei es, die Bevölkerung mitzunehmen, statt Hals über Kopf ein Thema abzuhandeln, das zwar angegangen werden müsste. Schließlich haben Haushalte mehr Fahrzeuge als früher, an manchen Stellen würden Wohnmobile Stellplätze dauerhaft blockieren. Zeitdruck herrsche aber nicht.

Ein wichtiges Detail

Auch wichtig: In Offenbach soll es kein Anwohnerparken, sondern eine Parkraumbewirtschaftung geben. Das Erste zielt nämlich darauf ab, dass gerade Anlieger einen Stellplatz finden. Beim Anderen geht es um die zielgerichtete Organisation und Steuerung von Angebot und Nachfrage, um den Missbrauch öffentlicher Flächen zum dauerhaften Parken zu vermindern. Und darum geht es dem Gemeinderat.

Ungeklärt ist bei dem Ganzen, so Christdemokrat Philipp Greifenhagen, ob die Infrastruktur überhaupt ausreicht, um mehrere neue Automaten aufzustellen. Ein Gerät steht bereits bei den Wohnmobilstellplätzen. Ein weiteres ist laut Axel Wassyl für den südlichen Ortsbereich geplant, möglicherweise im Bereich des Kulturzentrums auf dem dortigen Parkplatz, sofern das Konzept beschlossen wird.

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