Kreis Südliche Weinstraße Paradebeispiel für Naturschutz

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Mit dabei waren Mitglieder des Fördervereins zum Schutz und zur Pflege von Natur und Landschaft der Südlichen Weinstraße sowie des Ausschusses für Umwelt, Weinbau und Landwirtschaft. Dieter Zeiß, Vorsitzender der Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim des Naturschutzverbandes Südpfalz (NVS), informierte im rund 16,3 Hektar großen Blankenbruch, eine von hohen Grundwasserbeständen geprägte Ausweitung in der Klingbach-Niederung, über die sichtbaren Ergebnisse der mehr als 40-jährigen Naturschutzarbeit. Bei ihr gehe es um den Erhalt einer abwechslungsreichen, naturnahen Kulturlandschaft, um den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Die Initiative zur Auenrenaturierung im Blankenbruch war im Frühjahr 2001 vom NVS Südpfalz ausgegangen. Der Verband ist Eigentümer wesentlicher Teile des Gebietes. 2001 wurden die letzten Restbestände des Seggenrieds von Schilf und auch Ruderalpflanzen durchsetzt. Wasserfeder und Wasserschlauch als seltene Pflanzenarten kamen nicht mehr vor. Der Blankenbruch wird als naturnahe Bachaue reaktiviert. Die Pflanzengemeinschaft dieses Biotops benötige den Wechsel von Nässe und Trockenheit. Durch die Renaturierung würden die Lebensbedingungen insbesondere für seltene Vogel- und Amphibienarten erheblich verbessert. Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) dankte allen, die ihren Beitrag zur Pflege der Landschaft und damit auch Erhaltung des Landschaftsbildes leisten. Besitz sei ganz entscheidend im Natur- und Landschaftsschutz. Die Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim des NSV sei ein positives Beispiel. Zeiß berichtete auch, dass die Ortsgruppe mittlerweile Eigentümerin von 30 Hektar ökologisch wertvoller Flächen sei, um sie für den Naturschutz oder die Landschaftspflege nutzbar zu machen. Sie hat Grundstücke renaturiert und naturnahe Landschaftselemente in der Kulturlandschaft geschaffen. Im Schutz der Auen können sich viele Tier-und Pflanzenarten entwickeln, darunter auch allgemein bestandsgefährdete Arten. Station machten die Teilnehmer der Besichtigungsreise auch in den nördlich angrenzenden Streuobstwiesen, für die der NVS 2005 die Pflege und fachliche Betreuung übernommen hat. Im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens hatte das Land Grundstücke für den Zweck des Naturschutzes erworben, und von der Ortsgruppe wurden rund 100 hochstämmige Obstbäume gepflanzt. Streuobstwiesen prägten und belebten das Landschaftsbild, sie bilden die Lebensgrundlage vieler verschiedener bestandsbedrohter Tiere und hätten deshalb eine besondere ökologische Bedeutung, sagte Zeiß, der auf die Tierarten, insbesondere Vogelarten im Blankenbruch und den angrenzenden Wiesen, Streuobstwiesen und ehemaligen Weinbergs-Terrassen verwies. So der Pirol, Neuntöter, Steinkauz, Bluthänfling, Schwarzkelchen, Baumfalke, Zwergtaucher, Gartengramsmücke, Dorngrasmücke, Rohrsänger, verschiedene Entenarten, Ringelnatter, Zauneidechse, Moorfrosch verwies. Die Löß-Steilwand als Nistfläche war das Thema der zweiten Station bei der Ortsgruppe in Niederhorbach. Ortsgruppen-Vorsitzender Rolf Lambach und der Vorsitzende des Naturschutzverbandes Südpfalz, Gerd Kümmel, erläuterten die fünf Meter hohe Wand. Sie wurde insbesondere als Lebensraum für seltene und hochgradig gefährdete Wildbienen und Wespen erstellt. (som)

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