Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Pakistaner aus Maikammer nochmals Thema in Härtefallkommission

Ein Pakistaner aus Maikammer hofft auf Aussetzung der Abschiebung.
Ein Pakistaner aus Maikammer hofft auf Aussetzung der Abschiebung.

Der Fall eines Pakistaners, dem die Abschiebung aus Maikammer droht, wird nochmals die Härtefallkommission des Landes beschäftigen. Das hat das Integrationsministerium in Mainz auf Anfrage der RHEINPFALZ bestätigt.

Der 30-Jährige arbeitete bei einem Logistikunternehmen in Germersheim, bis die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße ihm zum 30. Mai die Verlängerung der Arbeitserlaubnis versagte. Hintergrund war die aus Sicht der Behörde unzureichende Klärung seiner Identität. Der Mann konnte keinen Reisepass vorlegen. Nach Auffassung der Flüchtlingshelfer war das allerdings auch nicht möglich, da der Mann dafür beim Konsulat Geburtsurkunden seiner Eltern und Großeltern hätte vorlegen müssen, was in seinem Fall undenkbar gewesen sei. Doch auch in der Härtefallkommission des Landes Rheinland-Pfalz wurde eine Duldung des Pakistaners zu diesem Zeitpunkt abgelehnt.

In psychiatrischer Betreuung

„Damit begann das Drama“, sagt Flüchtlingshelfer Joachim Weber. Der Mann, der in seiner Heimat einen mittelständischen Betrieb geführt habe, sei geflohen, weil er um sein Leben fürchten müsse, nachdem er als Abkömmling einer bekannten sunnitischen Familie zum schiitischen Glauben übergetreten sei. Die Angst vor der drohenden Abschiebung habe dazu geführt, dass der Mann erkrankt sei und psychiatrisch betreut werden müsse. Der Klinikaufenthalt ist nun für die Härtefallkommission Anlass, sich den Fall noch einmal anzuschauen.

Die Kreisverwaltung bestätigte, dass sie darüber in Kenntnis gesetzt worden ist. Bis zur Entscheidung der Härtefallkommission werden laut Ministerium keine Abschiebemaßnahmen ergriffen.

Laut Weber „vorbildlich integriert“

Laut Weber ist der Pakistaner vor allem wegen seiner „vorbildlichen Integration in den Arbeitsmarkt“ prädestiniert für eine Beschäftigungsduldung. Der Geflüchtete habe in dem Verpackungswerk in Germersheim „beste Bewertungen“ erhalten und einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. Er hätte sogar eine Ausbildung machen können: Eine Firma aus Landau habe ihm einen Vertrag angeboten, berichtet Weber.

Der Flüchtlingshelfer setzt nun seine Hoffnungen auf die erneute Behandlung des Falls in der Härtefallkommission. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass der Mann eine Abschiebung nicht überleben würde“, sagt Weber.

Aus Deutschland hat es zuletzt im August eine Sammelabschiebung nach Pakistan gegeben. Nach Berichten des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sind mehrere Männer direkt bei ihrer Ankunft inhaftiert worden.

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