Kreis Südliche Weinstraße NPD-Mahnwache: Bürger zeigen Gegenpräsenz

Annweiler. Keine Ausschreitungen gab es bei der Mahnwache der NPD Westpfalz am Samstag in Annweiler. Darüber informierte Polizeihauptkommissar Gerald Bösherz auf Anfrage. Rund 50 bis 60 Bürger hätten sich den NPD-Anhängern entgegengestellt, um gegen deren Mahnwache mit dem Titel „Asylbetrug macht uns arm“ Präsenz zu zeigen.
Augenzeugen berichten von mehr als 100 entschlossenen Bürgern, ausgerüstet mit Lautsprechermusik und Transparenten, auf denen „Keine Toleranz für braunes Pack“ oder „In Annweiler sind Flüchtlinge herzlich willkommen“ zu lesen waren. Ein Aktivist der Initiative Pro Pfälzerwald hatte kurzerhand sein Demo-Schild „Windkraft im Pfälzerwald – Nein Danke!!!“ überklebt und protestierte nun mit: „Fremdenhass im Pfälzerwald – Nein Danke!!!“. Die sieben NPD-Anhänger – fünf Männer und zwei Frauen – hatten sich mit einem Kleinbus, versehen mit fremdenfeindlichen Aufschriften, auf dem Rathausplatz postiert und spielten Marschmusik und rassistische Gesänge ab. Deren mit Lautsprecher verbreitete Hass-Parolen gingen in lauten Buh-Rufen und Pfiffen der aufgebrachten Menge unter. Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber (SPD) hatte am Freitag via Facebook dazu aufgerufen, dem „Pack friedlich, aber bestimmt zu zeigen, dass wir Flüchtlinge in Annweiler willkommen heißen“. Er freute sich über die große Resonanz. Damit bewiesen die Bürger, dass Annweiler ein fremdenfreundliches Städtchen sei. Günter Hirschmann, Vorstandssprecher des Vereins „Zukunft Annweiler“, forderte die Rechtsextremisten auf abzuhauen. Auch Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) war vor Ort. Beide Seiten hätten sich ruhig und friedlich verhalten, so Bösherz’ polizeiliche Einschätzung. Vier Einsatzkräfte waren zu sehen. Wie viele Beamte genau die von 8 bis 14 Uhr dauernde Mahnwache im Auge behielten, wollte er nicht sagen. (ppo/höj)