Kreis Südliche Weinstraße Neues Konzept für „Altes Schulhaus“

91-86106006.jpg

Der erste Entwurfsplan für ein Bürgerhaus in der Ortsmitte von Vorderweidenthal, das durch die Sanierung und Erweiterung des Anwesens Lindelbrunnstraße 1 verwirklicht werden soll, ist auf dem Tisch. Architekt Eberhard Bendel (Bad Bergzabern) hat dem Ortsgemeinderat am Dienstagabend eine mögliche Raumaufteilung für das im Volksmund als „Altes Schulhaus“ bekannte Anwesen vorgestellt.

Auch wenn es sich noch nicht um eine abgeschlossene Planung handelt, zeigten sich die Räte nach längerer Diskussion von dem Konzept angetan. Es gab nur eine Stimmenthaltung. Ortsbürgermeister Volker Christmann (SPD) kündigte an, dass die nach der Ratssitzung präzisierten Pläne am 4. August in einer Einwohnerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. An diesem Abend könnten auch erstmals Kosten genannt werden, sagte Christmann. Mit einer detaillierten Kostenberechnung sollen dann die Pläne mit dem Zuschussantrag über die Dorferneuerung bis zum 15. August auf die „Reise“ gehen. Wenn alles nach Plan läuft, könne möglicherweise im Sommer 2017 mit der Bauphase begonnen werden. Christmann sprach im Rat von einem wichtigen Vorhaben für den Ort, der als zentraler und kultureller Treffpunkt für die Dorfbevölkerung dienen soll. Das derzeitige Dorfgemeinschaftshaus in der Schulstraße soll neben der Kita ausschließlich als Jugendraum dienen. Einnahmen erhofft sich die Gemeinde vom Verkauf von gemeindeeigenen Gebäuden. So sei bereits im Frühjahr der Verkauf des alten Pfarrhauses in der Lindelbrunnstraße 8 beschlossen worden. Damit hätten sich die gemeindeeigenen Gebäude von vier auf zwei reduziert. Das ehemalige Bürgermeisteramt, ebenfalls in der Ortsmitte, wurde im zurückliegenden Jahr veräußert. Das Raumprogramm im „Alten Schulhaus“ sieht im Erdgeschoss wie folgt aus: Im Bestand soll ein 48 Quadratmeter großer Ratssaal entstehen, der als Multifunktionsraum auch für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Des Weiteren sollen dort das Amtszimmer des Ortsbürgermeisters (26,5 Quadratmeter), eine Teeküche (sechs Quadratmeter) sowie ein Sozialraum (18,5) eingerichtet werden. Der Fluranteil beläuft sich auf 11,5 Quadratmeter. Neben dem „Altbau ist im Erdgeschoss auch ein Neubau vorgesehen. Im einzelnen: Eingang, Treppenhaus und Aufzug (36,5 Quadratmeter) sowie WC für Damen und WC für Herren sowie Behindertentoilette. 13,5 Quadratmeter stehen für den Heizraum und Technik zur Verfügung. Im Obergeschoss ist im bisherigen Baukörper ein 112 Quadratmeter großer Saal geplant, der bis zu 100 Personen Platz bietet. Im Neubau des Obergeschosses sieht das Konzept das Foyer und Garderobe (39 Quadratmeter), Küche (19,8), Vorratsraum (12,5), Ausschank (14,3) und Stuhllager (25,0 Quadratmeter) vor. Nachdem vor einigen Wochen eine erste Info-Veranstaltung stattgefunden hat, diskutierte der Rat am Dienstag im „zweiten Durchgang“ ausführlich über eine Einführung von wiederkehrenden Beiträgen im Straßenbau. Eine Entscheidung will der Rat erst nach einer Einwohnerversammlung treffen, bei der ein Experte über pro und kontra informieren wird. Christmann erläuterte den Sinn der wiederkehrenden Beiträge, die im gesamten Gemeindegebiet oder in einem Ortsteil erhoben werden können und alternativ zu den Einmalbeiträgen möglich sind. Die Erhebung von Einmalbeiträgen führe leicht zu unzumutbaren finanziellen Belastungen, die unter Umständen ein Armutsrisiko, gerade für ältere Menschen darstellten. Bei den wiederkehrenden Beiträgen müsse in der Straße des Beitragszahlers kein Straßenausbau erfolgen. Es würden alle Grundstückseigentümer in einer Gemeinde oder einem Ortsteil zu Beiträgen herangezogen. Ihre Grundstücke bildeten eine Abrechnungseinheit. Dem liege der Gedanke zugrunde, dass alle Straßen in der Gemeinde ein Straßennetz bilden. Der persönliche Vorteil des einzelnen Grundstückseigentümers bestehe in seinem Netzzugang. Die Diskussion im Rat machte deutlich, dass beide Systeme sowohl Vor- als auch Nachteile haben, die es abzuwägen gelte. Wichtig sei auch zu wissen, dass bei der Ersterschließung in einem Neubaugebiet Einmalbeiträge zu bezahlen sind. Die Möglichkeit, hier wiederkehrende Beiträge zu erheben, gebe es nicht. Aber eine Straße halte nicht ewig. |som

x