KOMMENTAR
Neuer Schwung im Schloss
Kathrin Flory hat es geschafft. Die 41-Jährige aus Klingenmünster setzt sich in der Stichwahl hauchdünn durch. Es ist der verdiente Lohn für eine engagierte Wahlkampagne mit unzähligen Haustürbesuchen und Veranstaltungen. Sie hörte sich die Anliegen der Bürger an und präsentierte Lösungsvorschläge. Auch der knapp unterlegene Matthias Neufeld (CDU) investierte viel Zeit und Leidenschaft, um die Wähler auf seine Seite zu bringen. Respekt gebührt am Ende beiden Kandidaten, denn der Wahlkampf war zu jeder Zeit fair. Beide warben für sich, ohne den jeweils anderen zu attackieren. Dass Neufeld am Abend der Stichwahl schnell und ohne Worte verschwand, ist verständlich und macht ihn gewiss nicht zu einem schlechten Verlierer.
Dass nach 50 Jahren erstmals eine Frau auf dem Chefsessel der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern sitzen wird, ist bemerkenswert. Der frische Wind, der wehen wird, fällt somit noch kräftiger aus. Das ist gut so, denn nach 24 Jahren unter Bürgermeister Hermann Bohrer (SPD), der sich mit 66 Jahren in den Ruhestand verabschieden wird, braucht die Verwaltung neuen Schwung. Über Florys Fähigkeiten, die Regie im Schloss zu führen, sagt das selbstverständlich nichts aus.
Flory präsentierte sich im Wahlkampf etwas dynamischer und emotionaler als Neufeld. Das verfing bei den Bürgern. Dass sie anpacken und Menschen mitreißen kann, hat sie in ihrer Heimatgemeinde als Ortsbürgermeisterin bereits bewiesen. Den Nachweis, dass ihr Slogan „Kathrin kann’s“ auch für die Verwaltung gilt, muss sie nun liefern. Chefin von rund 130 Mitarbeitern zu sein, wird jedenfalls eine neue Herausforderung für die gelernte Kinderkrankenschwester sein. Ihr bleibt nun ein halbes Jahr, um sich darauf vorzubereiten.
