Bad Bergzabern
Neue Verantwortliche in der Parkklinik
Die Parkklinik ist eine Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Gartmann und Meyer sind mit den Abläufen im Haus bereits vertraut. Gartmann kam nach seiner jahrelangen Tätigkeit in einer psychosomatischen Klinik in Bad Dürkheim 2019 als Oberarzt in die Parkklinik. Der 33-jährige Meyer kam 2020 als stellvertretender Klinikleiter nach Bad Bergzabern, nachdem er zuvor einige Kliniken der Celenus-Gruppe als Trainee durchlaufen hat.
Das Herz des Familienvaters Mario Gartmann schlägt für die psychosomatische Rehabilitation. „Es ist der umfassende Blick auf den Menschen, Reha wird viel zu wenig thematisiert“, betont der 45-Jährige, der unter anderem Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und psychosomatische Medizin ist. „Viele Menschen schämen sich, in eine Reha zu gehen. Ich möchte gerne mitwirken, damit sie die Scham davor überwinden“, sagt er. Denn eine positive Weichenstellung im Leben könne nie schaden.
Auch Folgen von Corona immer mehr ein Thema
Zwei Drittel der Patienten haben Depressionen, auch Angst- und Panikstörungen, Schmerzstörungen oder Tinnitus werden in der Klinik behandelt. Das Spektrum der psychosomatischen Krankheitsbilder ist aber noch größer. Inzwischen kommen auch Menschen, die noch an den gesundheitlichen Folgen einer Corona-Infektion leiden. Gartmann erzählt dabei ein Beispiel: „Eine Patientin hat eine Corona-Erkrankung mit mildem Verlauf hinter sich und seither das Vertrauen in ihre Körperfunktionen verloren.“ Die Frau habe an eine nicht diagnostizierte Herzerkrankung geglaubt, die sie zur regelmäßigen ängstlichen Kontrolle ihres Herzschlags veranlasst habe. Sie habe ihre Wohnung nicht mehr verlassen, dann kam Tinnitus hinzu. Nach einigen Wochen hat sie die Parkklinik wieder verlassen. Ihr wurden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie sie ihr Leben wieder normal führen kann.
„Wir erstellen für jeden Patienten einen eigenen Therapieplan“, erklärt der neue Chefarzt. Unter anderem mit Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Bewegungstherapien oder Soziotherapie, die Unterstützung für das Leben „danach“ bietet. Bei Erschöpfung, Energielosigkeit und Konzentrationsstörungen müsse man genau differenzieren, inwieweit diese Symptome mit Corona zusammenhängen. Davon ausgenommen sind Patienten, die nach einer künstlichen Beatmung ein posttraumatisches Belastungssymptom entwickelt hätten. Oder die Depression, die eine Alleinerziehende in der Corona-Zeit entwickelt habe.
„Es gibt keine normalen Tage“
Jan Patrick Meyer ist als neuer Klinikleiter dafür zuständig, dass alles reibungslos läuft. Zahlen sind sein tägliches Geschäft. Der Job sei so abwechslungsreich, dass „es keine normalen Tage gibt“, berichtet Meyer, gelernte Physiotherapeut und Kaufmann mit einem Masterabschluss im Gesundheitsmanagement.
Bis zu 137 Patienten können in der Parkklinik betreut werden. Meyer ist aber auch zuständig für das Personal. Derzeit sind 120 Mitarbeiter im Haus beschäftigt. Die Suche nach frischen Kräften gestalte sich schwierig, vor allem beim Küchen- und Reinigungspersonal. Die Corona-Vorschriften würden die Situation erschweren. Da bei den Therapien oder beim Essen kleinere Gruppen gebildet werden müssen, werde auch mehr Personal gebraucht. Gartmann lobt derweil das Team, das auch in der schwierigen Corona-Zeit die Mehrbelastungen klaglos mitgemacht habe.