Kreis Südliche Weinstraße Neubaugebiet kein Thema

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Einziges Thema der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Vorderweidenthal war die Vorstellung des Dorferneuerungskonzeptes durch Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf, in das auch die Ergebnisse der Dorfmoderation eingeflossen sind. Das Konzept ist die Voraussetzung für künftige Förderanträge.

Länger diskutiert wurde die Ausweisung von Bauplätzen, einer Gewerbefläche und die Verkehrsberuhigung in der Gemeinde. Am kommenden Montag soll das Konzept bei einer Einwohnerversammlung den Bürgern vorgestellt werden. „Wir haben die Entwicklung bis 2030 im Auge“, so Wolf zu dem rund 80 Seiten starken Konzept. Für den Dorfplaner ist die Entwicklung des historischen Dorfkerns von großer Bedeutung: „Es ist absehbar, dass durch die Altersstruktur ein hoher Sanierungsbedarf entstehen wird.“ Als eines der „höchsten Potenziale“ der Gemeinde sieht Wolf die landschaftliche Umgebung. Diskutiert wurde auf Anregung von Heidi Hussong-Braun über ein mögliches Neubaugebiet, für das sie Bedarf sieht. Derzeit sind keine Flächen ausgewiesen. „Ein Neubaugebiet kann ich guten Gewissens nicht darstellen, zusätzliche Bauplätze im Innenbereich sind möglich“, so die Sicht des Dorfplaners. Ein Baugebiet werde auch nur dann genehmigt, wenn die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht habe. Das heißt: Baulücken innerorts zu schließen oder leerstehende Gebäude, wie Scheunen, zu nutzen. In das Dorferneuerungskonzept zusätzlich aufgenommen werden soll die Möglichkeit, am Ortsausgang Richtung Silz Bauplätze ausweisen zu können. „Zur Entwicklung des Dorfkerns gehört Tempo 30. Wer will ein Haus, das an der Hauptstraße liegt?“, fragte Gemeinderat Lothar Wagner. „Für mich ist das verkehrsberuhigendste ein interessanter Ort, wenn es etwas zu sehen gibt, fahren die Leute langsamer“, war das Argument des Dorfplaners, der als Maßnahmen unter anderem die Gestaltung der Dorfeingänge zum Beispiel mit einer Baumallee oder versetztes Parken vorschlug. Wolf sprach sich gegen eine Ausweisung von Gewerbeflächen aus. Die Gemeinde solle sich überlegen, welches Gewerbe ihr nütze, das seien sicher keine Lagerhallen. „Wenn es einen Interessenten gibt, der auch Arbeitsplätze schafft, gehen sie den bürokratischen Weg mit ihm zusammen“, lautet seine Empfehlung. Wann die Vielzahl von Einzelschritten, die im Konzept festgeschrieben sind, umgesetzt werden, wird der Gemeinderat in den kommenden Jahren entscheiden. Als großes Vorhaben ist ein Gemeinschaftszentrum im Dorfmittelpunkt geplant, das den Rat schon seit Jahren beschäftigt. Ob dazu das seit fünf Jahren leerstehende alte Schulhaus im Ortskern, das vom Schwamm befallen war, genutzt werden kann, ist nicht klar. „Wir haben ein Konzept, was davon umgesetzt wird, entscheidet der Rat in der Zukunft“, sagte Ortsbürgermeister Volker Christmann. Dasselbe gilt für einen Jugendtreff, mehr Übernachtungsmöglichkeiten, einen Wohnmobilstellplatz oder Wohnraum für Menschen mit Betreuungsbedarf, um nur einige Vorschläge zu nennen. (pfn)

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