Kreis Südliche Weinstraße Nackenschmerzen vom Hochgucken

André Beguem und seine Frau Rose (außen) sprechen mit FKB-Vorsitzendem Hans-Erich Klein (Zweiter von links) und Pater Marian Sch
André Beguem und seine Frau Rose (außen) sprechen mit FKB-Vorsitzendem Hans-Erich Klein (Zweiter von links) und Pater Marian Schwark über Hilfsprojekte in Togo.

„Ich kann den Unterschied zwischen den zwei Ländern gar nicht in Worte fassen“, sagt André Beguem. Das Mitglied der Nationalversammlung der Republik Togo ist zum ersten Mal in Deutschland. Er ist zu Gast beim Vorsitzenden des Arbeitskreises „Fröhliches Kunterbunt“.

„Jetzt sehe ich, was ein entwickeltes und ein unterentwickeltes Land ist“, sagt André Beguem, der gerade mit seiner Frau Rose für eine Woche in der Kurstadt weilt. FKB-Vorsitzender Hans-Erich Klein und seine Frau Irene beherbergen die beiden. Der Arbeitskreis unterstützt seit 1970 Projekte in Togo. „In Togo sind wir vielleicht in 200 Jahren so weit wie hier“, sagt Beguem. Ihm tue der Nacken weh, weil er immerzu zu den Häusern hoch blicke, die in Togo nicht so hoch seien. Zu Gast ist auch Pater Marian Schwark, der seit 42 Jahren in Togo lebt und das FKB vor Ort unterstützt. Mehr als 100 Hilfsprojekte wurden im Laufe der Jahrzehnte von Bad Bergzabern aus unterstützt. Das Gespräch im Haus des Ehepaars Klein dreht sich auch um das jüngste Projekt, das mit 14.000 Euro vom FKB mitfinanziert wurde: eine Realschule für mehr als 600 Schüler. 34.000 Euro hat das gesamte Projekt gekostet. „Bildung und Gesundheit sind besonders wichtig“, erklärt André Beguem. Im Land gebe es 90 Prozent Analphabeten. Vor allem für Mädchen soll der Zugang zur Schule erleichtert werden, sie würden bereits im Alter von elf bis 17 Jahren heiraten oder verheiratet werden, schildert er die Situation. Seine Frau Rose ist Vorsitzende von 500 Frauengruppen. „Ein Land kann sich nur entwickeln, wenn die Frauen sich entwickeln und sich engagieren können“, sagt sie. Mit einem Kleinkredit von 150 Euro könne eine Frau mit der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte eine Selbstständigkeit aufbauen, erzählt sie. Aber auch für so eine kleine Summe ist bei 18 Prozent Zinsen ein Kredit für fast alle ein fernes Ziel. Daher versucht sie, die Kleinstkredite auf anderen Wegen zu beschaffen. Auch um Menschenhandel zu verhindern. „Familien geben ihre Kinder weg, weil ihnen Bildung versprochen wird, dabei müssen sie als Sklaven in Nigeria arbeiten.“ Es fehlt überall am Nötigsten und das FKB hat auch beim Bau einer Gesundheitsstation mit Brunnen und Wasserhochbehälter geholfen. „Wir haben 32.000 Euro über den Bund eingeworben“, erzählt Hans-Erich Klein, der mit seiner Frau bereits dreimal in Togo war. „Er zeigt uns die Dörfer, in denen die Menschen am meisten leiden, er bekommt das Geld von uns und beauftragt die Handwerker“, schildert Klein. Pater Marian, Angehöriger der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare, ist seit seiner Priesterweihe in Togo und bekommt sein „Gehalt“ von der Ordensgemeinschaft. „Wir bekommen das pro Jahr, was Priester in Deutschland im Monat bekommen“, erzählt er. Aber das stört ihn nicht. Acht Jahre will er noch in Togo bleiben, bis das halbe Jahrhundert voll ist. „Die verschiedenen Religionen verstehen sich in Togo sehr gut“, sagt er. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind Christen, gut 20 Prozent Muslime, die Hälfte der Einwohner praktiziert aus der Kultur des Landes entstandene Religionen. „Wir leben in Frieden“, sagt Pater Marian und erntet breite Zustimmung. „Eine gute Zusammenarbeit mit Deutschland“, ist ein Wunsch der Gäste aus Togo. Spendenkonto Aktionskreis Fröhliches Kunterbunt, Sparkasse SÜW, Iban DE18 5485 0010 0026 0038 89, VR-Bank SÜW, Iban DE11 5489 1300 0000 5005 00, www.fkb-bza.de.

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