Göcklingen RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Tod von Macher Gerhard Hoffmann: Was passiert mit Wettkrähen und Gockelmuseum?

Über 4000 Exponate zählte die Ausstellung in Gerhard Hoffmanns Gockelmuseum.
Über 4000 Exponate zählte die Ausstellung in Gerhard Hoffmanns Gockelmuseum.

Ob im Bio-Weingut, bei der Organisation des Wettkrähens oder beim Aufbau des Gockelmuseums – stets waren Macher Gerhard Hoffmann und Gattin Claudia ein eingeschworenes Paar. Dann passierte im Februar das Unfassbare: Der 51-Jährige wurde durch einen Herzinfarkt jäh aus dem Leben gerissen. Was passiert nun mit seinem Vermächtnis?

In der Fortführung der Linie Göcklingen-Wettkrähen war das Ehepaar Hoffmann auf die Idee gekommen, in seinem landwirtschaftlichen Anwesen in der Steinstraße ein Gockelmuseum zu eröffnen. Alle präsentierten Sachen im Zeichen von Hühnern und Hähnen: Von A wie Aschenbecher, C wie Christbaumkugeln, F wie Feuerzeug, W wie WC-Bürste bis zu Z wie Zündholzschachteln reichte die Präsentation. Dann kam eine etwa 2500 Jahre alte Tonfigur hinzu, die aus Kreta stammte und die, wie die meisten Exponate, ein Sammler gespendet hatte. Ein uraltes Hostieneisen mit Hühnern drauf komplettierte die Ausstellung, die es schließlich auf über 4000 Exponate brachte.

Auf aktive Werbung wurde verzichtet, dennoch waren die Hoffmanns mit der Resonanz sehr zufrieden, vor allem dank vieler Touristen. Das Gockelmuseum brachte auch der Gemeinde Göcklingen großen Zulauf und starkes Medieninteresse. Es lief alles ganz unkompliziert. Die Leute kamen, schauten sich um, machten ihre Fotos. Doch nun, nach dem plötzlichen Tod von Gerhard Hoffmann, ist das Anwesen in der Steinstraße verwaist. „Wir können den Betrieb nicht halten. Das Vermächtnis erscheint uns zu groß. Auch ist die psychische Belastung nicht auszuhalten. Dauernd haben wir das Gefühl, Gerhard kommt um die Ecke“, sagt die Witwe im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Mit ihren drei Kindern lebt Claudia Hoffmann inzwischen bei ihren Eltern in Landau, sie geht ihrem alten Beruf nach.

Witwe kritisiert Gemeinde: „Halbherzige Antwort“

Doch was wird aus dem Gockelmuseum? Wir haben bei der Gemeinde nachgefragt und diese Antwort erhalten: Eine Übernahme des Gockelmuseums war mit Blick auf die Pietät und das Mitgefühl mit der Familie bisher kein Thema. Viele der ausgestellten Stücke seien eng mit Erinnerungen an Gerhard Hoffmann verbunden, weshalb die Familie zuallererst über dieses Erbe und den weiteren Verbleib verfügen müsse. Ortsbürgermeister Manuela Laub teilt weiter mit: „Sollte uns die Familie Exponate überlassen, die in Verbindung mit unserem Göcklinger Gockel stehen, werden wir dafür sicher einen gebührenden Platz in der Gemeinde finden.“ Ein wichtiger Teil des Museums sei immer auch Gerhard Hoffmann als Person gewesen, mit seinen Führungen, Erzählungen und Geschichten rund um den Gockel. Diese persönliche Note sei nicht zu ersetzen und werde dem Museum immer fehlen.

Die Reaktion von Claudia Hoffmann fällt eher kritisch und pessimistisch aus. „Meine Kinder und ich haben den Eindruck, dass mit dieser halbherzigen Antwort sich die Gemeinde alle Wege offen lässt und insgeheim hofft, sich aus der Affäre ziehen zu können.“ Nach wie vor habe die Gemeinde keinen Raum, in dem sie die Sammlung zeigen könnte. Und nur die Exponate zu zeigen, die in Verbindung mit dem Göcklinger Gockel stehen, reduziere die Ausstellung auf maximal zehn Stücke, und diese seien fast in jedem Göcklinger Haushalt zu finden. Die Familie will auf jeden Fall bis Ende des Jahres eine offizielle Anfrage an die Gemeinde richten. „Wobei wir sicher sind, dass der Gemeinderat sich gegen die komplette Sammlung entscheiden wird. Wenn wir aber nicht fragen, werden wir es nicht wissen.“

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