Gräfenhausen
Nach Frauenherrschaft darf auch ein Mann das Zepter schwingen
Erst vor sieben Jahren wurde der KVG gegründet. Tanja I. und Ralf I. stellen das zweite Herrscherpaar. Anfangs waren die Gräfenhausener Narren bis vor zwei Jahren mit einer Faschingsprinzessin ausgekommen. Nur Frauen schwangen dort das Narrenzepter. Doch bald war der ergänzende männliche Gegenpol vermisst worden. Nachdem sich seit der vergangenen Kampagne zur „Wildsaugarde“ und der „Frischlingsgarde“ eine „Keilergarde“ gebildet hatte, war die Zeit endlich reif, auch endlich ein Prinzenpaar zu küren.
Tanja Aubel ist 48 Jahre alt und stammt aus Godramstein. Ihr Mann Ralf, ein waschechter Gräfenhausener, ist ein Jahr älter. Die beiden lernten sich als Mitglieder des ehemaligen Fanfarenzugs der Queichtalmusketiere kennen. Ralf blies Ventilfanfare, Tanja das weniger laute Ventilhorn. Sie waren rasch ein Paar und heirateten auch bald darauf. Heute wohnen sie in ihrem Haus in Gräfenhausen.
Die Kinder sind auch närrisch
Beruflich ist Ralf Aubel von Anfang an bei der BASF in Ludwigshafen als Instandhaltungsmanager tätig. Nach einer Ausbildung zum Energieelektroniker und dem Besuch der Fachhochschule leitet er heute ein Team von 16 Mitarbeitern, die sich mit Planungen von Instandhaltungsarbeiten bei der BASF beschäftigen. Dabei sollen vor allem effiziente Arbeitsschritte entwickelt werden.
Tanja hat eine Lehre als Friseurin in Godramstein absolviert und übte den Beruf in einem Salon in Ilbesheim aus. Schließlich kamen die Kinder zur Welt, Max und Emma, heute 16 beziehungsweise 12 Jahre alt. Durch Emma ist Familie Aubel bei den „Wildsäu“ erst richtig aktiv geworden, obwohl Ralf schon seit der Gründung dem Verein angehört. Emma tanzt nämlich bei der Frischlingsgarde mit und war vor fünf Jahren Kinderprinzessin. Als ihre Betreuer hatten sich die Eltern automatisch ins Vereinsgeschehen eingefügt.
Eine lange Liste voll mit Terminen
So war der Zeitpunkt gekommen, dass der Vereinsvorstand beschloss, die beiden zu bitten, sich als Prinzenpaar zur Verfügung zu stellen. Insgeheim hatten sie aus früheren Andeutungen schon damit gerechnet, sich auch innerlich darauf vorbereitet. Ohne langes Zögern schlugen sie erfreut ein. Ihnen ist gewiss, dass ihr neues Ehrenamt sicherlich allerlei Vergnügen bereiten wird, für sie jedoch auch eine Reihe von Verpflichtungen mit sich bringt. Eine lange Liste von Terminen gilt es abzuleisten. Zudem liegt es an ihnen, bei ihren zeitaufwendigen Teilnahmen an Veranstaltungen der befreundeten Vereine die „Wildsäu“ angemessen zu repräsentieren.
Ihren vereinsinternen Einstand, das Kappefeschd vor dem Haus auf der Straße mit Glühwein und heißer Servela, haben sie schon abhaken können. Aber Anfang Februar beginnen die Prunksitzungen. Sie sind alle schon ausverkauft. Im zweiten Jahr, sagt Ralf, gehe man dann schon alles routinierter an. Da wisse man auch, was alles auf einen zukomme.