Kreis Südliche Weinstraße „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“

Anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren präsentiert das Museum unterm Trifels in Annweiler ab Samstag, 30. August, die neue Sonderausstellung „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“.
Als am 28. Juni 1914 die tödlichen Kugeln den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau in Sarajewo trafen, ahnte noch niemand die schrecklichen Folgen dieses Attentats. Gut einen Monat später marschierten die Truppen der wichtigsten europäischen Länder in den Krieg. Doch statt eines erhofften kurzen Sieges entwickelte sich eine unvorhergesehene Eskalation der Gewalt. Die Erfindung immer neuer Tötungstechniken wie Giftgas und Flugzeugbomben, der Einsatz von Maschinengewehren, schweren Mörsern, Panzern und Flammenwerfern führte zu einem nie dagewesenen Vernichtungskrieg. Am Ende verloren rund 17 Millionen Menschen ihre Leben, in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika und Ostasien, wie Museumsleiter Hans-Joachim Kölsch die damaligen Geschehnisse beschreibt. Die Sonderausstellung, die bis zum 21. Dezember im Museum zu sehen ist, widmet sich zunächst den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontroversen der europäischen Mächte am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Im Mittelteil der Ausstellung werden die verschiedenen Stimmungen bei Kriegsausbruch und die Schrecken des Krieges thematisiert. Den Abschluss bildet das Kriegsende mit dem Versailler Vertrag, den viele Forscher ursächlich für die kriegerischen Auseinandersetzungen nur 25 Jahre später halten. Die Dokumentation wirft immer auch ein Blick auf Annweiler und die nähere Umgebung, schildert die Wehen des Krieges in Form von Hunger, Arbeitskräftemangel und Ernüchterung nach der unvorhergesehenen Niederlage. In sechs Räumen werden mehr als 100 Exponate präsentiert, darunter eine beschädigte Taschenuhr, die einem Soldaten das Leben rettete, Propagandageschirr, Militärausrüstung, Orden, Reservistenbilder und vieles mehr. Zahlreiche Propaganda-Bildpostkarten und Fotografien vervollständigen die Schau. Im Zuge der Ausstellung gibt es im Oktober und November zwei Vorträge. Eine Rallye für Schulklassen sei in Vorbereitung, wie Museumsleiter Kölsch ankündigt. (rhp)