Kreis Südliche Weinstraße Mit 2500 Flaschen im Gepäck

Beim Bauern- und Winzerverband SÜW in der ersten Reihe: Karl-Friedrich Junker.
Beim Bauern- und Winzerverband SÜW in der ersten Reihe: Karl-Friedrich Junker.

«IMPFLINGEN.» „Wir müssen vor Ostern noch Weinlieferungen in Düsseldorf und Umgebung sowie im Saarland über die Bühne bringen“, sagt der Karl-Friedrich Junker, 55, der mit Gattin Gudrun Damian in Impflingen einen Weinbaubetrieb führt. Am 24. Juli 1962 in Landau als Sohn von Hannelore und Karl-August Junker geboren, wuchs er in Impflingen auf. An Lausbubenstreiche kann er sich nicht erinnern. „Ich war ener vun de Brävste uff de Gass“, sagt Junker mit einem verschmitzten Lächeln. Die inzwischen gestorbene Mutter war eine waschechte Impflingenerin, sein 82-jähriger Vater stammt aus dem Sauerland. Nach der Hauptschule in Billigheim-Ingenheim erlernt er in der Berufsschule in Edenkoben und in der Fachschule in Neustadt das Rüstzeug eines Winzers. Zum Meister seines Fachs steigt er 1984 auf. Zehn Jahre später übernimmt er den von den Eltern aufgebauten Betrieb. „Bis vor fünf Jahren hatten wir auf rund 60 Hektar noch Ackerbau mit Getreide und Zuckerrüben. Inzwischen konzentrieren wir uns auf 44 Hektar ganz auf Wein“, sagt Karl-Friedrich Junker, der seit 18 Jahren mit Ehefrau Gudrun zusammen ist, aber erst 2016 geheiratet hat. Das Verhältnis bei 70.000 jährlich produzierten Flaschen beschreibt er mit 70 Prozent Weiß- und 30 Prozent Rotwein. Kunden hat er in ganz Deutschland, die meisten beliefert er selbst mit einem Sprinter plus Anhänger, auf denen seinen Angaben zufolge 2500 Flaschen geladen werden können. Er selbst hat Freude und Genuss an Weiß- oder Grauburgunder gefunden. Seine Leibspeise? „Rumpsteak“, kommt es ihm wie aus der Pistole geschossen über die Lippen. Sein Lieblingsauto? „Wir sind mit dem Audi Q5 sehr zufrieden. Für einen Sportwagen würde uns ohnehin die Freizeit fehlen.“ Das mit der Zeit dürfte ohnehin etwas enger werden, da er beim Bauern- und Winzerverband in der ersten Reihe steht. Zehn Jahre fungierte er als Vize der 1600 Mitglieder (davon 800 aktive) starken Interessensvertretung. „Als mein Vorgänger Reinhold Hörner zum Weinbaupräsident Pfalz gewählt wurde, hat er mich angesprochen, ob ich mir vorstellen könne, seine Nachfolge anzutreten.“ Nach einer längeren Bedenkzeit war er bereit. Obwohl der Christdemokrat (30 Jahre Mitglied) seit etwa 20 Jahren im Ortsgemeinderat sitzt. Zehn Jahre lang war er mal zweiter Beigeordneter. Seine Hobbys? „Fußball. Aber nicht aktiv, sondern nur zuschauen.“ Selten verpasst er am Fernsehapparat ein Spiel seines Lieblingsvereins FC Bayern München. Und sonst noch? Skifahren, immer im österreichischen Elmau am Wilden Kaiser. Bisher ohne schwerwiegende Folgen für die Gesundheit. „Meine Frau und ich meiden die gefährlichen Steilhänge, sondern lassen es auf gemütlichen Routen langsam angehen. Und besonders gefällt uns Après Ski.“ Auf seine guten Seiten angesprochen, fallen ihm seine Zuverlässigkeit und seine Kontaktfreude ein. Eigenschaften, die ihm auch in der hauseigenen Weingalerie (seit 2009) zu pass kommen. Eine Weinstube, in der Frau Gudrun den Kochlöffel schwingt. Unumwunden gibt Junker zu, dass er aufbrausend reagieren kann. „Aber das legt sich meist schnell.“ Wenn die Beteiligten nicht nachtragend seien.

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