Kreis Südliche Weinstraße Loblied auf den guten Herrscher

Buntes Treiben vor traumhafter Kulisse: Gut 40 Schauspieler stehen bei „König Dagobert“ auf der Bühne.
Buntes Treiben vor traumhafter Kulisse: Gut 40 Schauspieler stehen bei »König Dagobert« auf der Bühne.

Es ist ein sagenumwobener Stoff vor traumhafter Kulisse – das Freilichtspiel „König Dagobert“ auf der Burg Landeck in Klingenmünster. Gut 40 Akteure der örtlichen Trachten- und Laienspielgruppe werden in dem Vierakter von Eugen Hoffmann über das Schicksal des Merowinger Königs an den kommenden zwei Wochenenden ihr Bestes geben. Es ist nach 1955 und 1981 die dritte Aufführung des Stücks in 62 Jahren. Regie führt Margret Kuether.

Als Kuether im Hof der alten Reichsfeste bei der Probe am Sonntagabend die ersten Ansagen macht, stehen die Kulissen und Requisiten, passen die historischen Kostüme wie angegossen und horchen die Darsteller auf. Seit Monaten hatten sie wegen der Burgrenovierung unten im Dorf geprobt, genäht und gezimmert. Jetzt fügen sich die Fragmente zusammen, wächst die Spielfreude zusehends. Schon in der ersten Szene wird klar, dass die Zuschauer ein spannendes, kurzweilig-buntes und tragikomisches Spektakel erwartet, das mit zündenden Dialogen und Szenen überrascht. Gut nachfühlbar wird auch, wie es gewesen sein muss, wenn der Feind anrückte und es hieß: „Zieht die Brücken hoch, lasst Wasser in die Gräben“. Es ist ein Spiel mit großer Bild- und Symbolkraft rund um Macht und Intrigen, Kampf und Gerechtigkeit. Zur Vorgeschichte: Ein Gedicht des Heimatdichters August Becker (1828-91) zu Ehren des sagenumwobenen Königs aus seinem 1854 veröffentlichten episch-lyrischen Gedichtband beginnt mit: „Zu Landeck auf der Feste saß König Dagobert, in seinem Blick die Strenge, in seiner Hand das Schwert…“. Das Gesamtgedicht, ein Loblied auf den „guten König“, nahm Eugen Hoffmann (1910-84) 1953 zum Anlass für das Freilichtspiel, das die damalige August-Becker-Trachtengruppe unter seiner Regie 1955 auf Burg Landeck uraufführte. Dieses, wie auch die Wiederauflage des Stücks 1981 durch den DRK-Ortsverein, wurden zu großen Erfolgen. Nun folgt auf vielfachen Wunsch die dritte Inszenierung, an der die 1984 gegründete „August Becker-Trachten-gruppe Laienspielgruppe König Dagobert“, die Freunde des Karnevalvereins Rot-Weiß und die Herolde des Fanfarenzugs Bad Bergzabern beteiligt sind. Das Freilichtspiel mit den Handlungsorten Burg Landeck und Freihof Göcklingen führten in die Zeit Dagoberts, des Merowinger Königs, der laut Sage auf der Stauferburg Landeck regierte. Ein Traum veranlasste ihn zu einem Gelübde, wonach er als gütiger und gerechter König herrschen will und Kirchen und Klöster bauen lässt. Zum Missfallen der Edelleute, besonders seines arglistigen Hausmeiers (Verwalters), der es selbst auf den Thron abgesehen hat. Die Adligen bereiten den Umsturz vor, aber die Bauern aus der Umgebung und dem Freihof Göcklingen kämpfen in Treue für ihren König. Trefflich besetzt sind vor allem die Rollen von König (Jürgen Fischer) und Königin (Christel Flory), Hausmeier (Otmar Mühlenz), Pferdeknecht Jörg (Ulrich Lürtzener) und Königinnenmagd Liesel (Gabi Hoffmann) sowie Ruth (Franziska Walther), die Tochter des zu Unrecht beschuldigten Freibauern (Jörg Westermann). Aber auch bei den anderen Figuren zeigte die Regisseurin ein glückliches Händchen. Besonders auch bei den Musikern Ulrich Harsch und Thomas Beck, die nicht nur mit ihren Schalmeien beeindrucken. Die schönen Kostüme fertigten Doris Claahsen-Lürtzener und Ursel Schneider an. Für die Technik sorgt Volker Hoffmann, an den Kulissen werkelten viele Männerhände, für den Feinschliff der „Burgmauer“ sorgten Malermeister Andreas Haag und Lothar Hoffmann. Info —Aufführungen: Freitag, 7., und Samstag, 8. Juli, sowie Freitag /Samstag, 14./15. Juli, jeweils 20.30 Uhr auf Burg Landdeck, zu der auch ein Shuttle-Bus fährt. Einlass 19 Uhr. —Karten im Vorverkauf bei Gabi Hoffmann, Telefon 06349 929393, und Im Stiftsgut Keysermühle zu zehn Euro, an der Abendkasse zwölf Euro.

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