Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Liedermacherin Bronder zwei Mal bei der Buchlese

Die singende Optikerin Sandra Bronder.
Die singende Optikerin Sandra Bronder.

Sie ist im Saarland und in der Westpfalz bekannt. In der Südpfalz fängt Sandra Bronder gerade an, als Liedermacherin in Pfälzer Mundart Fuß zu fassen. Aber was ist „e Gäälerieb“ noch, außer einer Karotte?

Bei der Buchlese in Bad Bergzabern können die Südpfälzer Sandra Bronder gleich zweimal kennenlernen. Am 8. September bei einem Soloauftritt im Weingut Hitziger, und am 5. Oktober begleitet sie im Haus der Familie Schriftstellerin Christel Herzhauser zu ihrer Lesung. Zusammen mit ihr hatte sie auch ihren ersten Auftritt in der Südpfalz.

2005, als Sandra Bronder ihre ersten Texte in Mundart verfasst hatte, wurde sie vom bekannten lothringischen Liedermacher Marcel Adam zu einem gemeinsamen Auftritt nach Völklingen eingeladen – worauf sie heute noch stolz ist. „Es ist eine Berufung, ein Lebenselixier, ein Tag ohne Musik geht bei mir nicht“, sagt die Liedermacherin. Auch in der Werkstatt von Optikermeister Köhler trällere sie immer ein Lied vor sich hin.

Optikerin und Mediengestalterin gelernt

Die 49-Jährige ist in Erfweiler geboren, hat Optikerin und Mediengestalterin gelernt und auch in beiden Berufen gearbeitet. Sie hat lange in Saarbrücken, Koblenz und an der Ahr gelebt. Heimweh war der Grund, weshalb es sie 2016 wieder nach Erfweiler gezogen hat. Dahin, wo ihre Oma mit dem „Butzebambel“ gedroht hat, wenn sie als Kind nicht ins Bett wollte. „Wääsch noch“ heißt das Lied, das sie über ihre Kindheitserinnerungen geschrieben hat. „Ich soll schon früh angefangen haben zu trällern“, erzählt sie von ihrer Kindheit auf dem Dorf.

Zurück in der Heimat wollte sie als Optikerin arbeiten, ein Beruf, der ihr sehr viel Spaß macht. „Ich habe dann die Stelle bei Köhler gefunden, es hat gepasst, wir sind wie eine Familie“, sagt die singende Optikerin mit der vollen Altstimme, die sich selbst mit der Gitarre begleitet. Seit 2005 schreibt sie Texte in Mundart, Geschichten aus ihrem Alltag sind ihre Inspiration – ein bestimmtes Ereignis, eine Begegnung oder ein Gedanke, der sie beschäftigt. „Meine Texte sind Geschichten, die das Leben schreibt und die jeder kennt, ernste und lustige“, fasst sie ihr Repertoire von rund 50 Liedern zusammen. 25 davon sind eigene, die anderen Coversongs. „Ich habe gerade wieder so eine Idee im Kopf von einem optimistischen Blick in die Zukunft. ,Wääsch noch was 2020 war’ könnte der Titel sein“, erzählt sie.

Eine Bühnenkarriere ist vorstellbar

Zu Alltagsgeschichten und Pechsträhnen, die jeder aus seinem Leben kennt, hat sie das Lied „Halwer so schlimm“ geschrieben. Mit „Schwamm driwwer unn weider, unn immer hoch die Gäälerieb“, will sie Mut machen, auch wenn gerade alles schief läuft. Für Nichtpfälzer: Die „Gäälerieb“ ist in diesem Fall der Kopf.

Auch wenn Sandra Bronder die Vielfältigkeit ihres Berufs, handwerklich und wegen der Begegnung mit vielen Menschen liebt, kann sie sich eine Bühnenkarriere vorstellen. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es die Bühne, ich bin eine Rampensau“, sagt sie. Und sie glaubt, dass im Leben ein Sprung ins kalte Wasser gar nicht so wehtut. Denn meist erinnere man sich daran, dass man schwimmen kann.

Info

Mit „Zwischen den Zeilen“ und „Halwer so schlimm“ hat Sandra Bronner zwei CDs veröffentlicht. Sie können im Brillenstudio Köhler in Bad Bergzabern oder direkt bei der Liedermacherin unter E-Mail sandra_bronder@freenet.de gekauft werden.

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