Kreis Südliche Weinstraße Lebensretter gesucht

Als im Jahr 2013 die Stammzellenempfängerin Amanda in die Südpfalz kam, startete sie mit Spender Bernd Lang zu einer Fahrt mit d
Als im Jahr 2013 die Stammzellenempfängerin Amanda in die Südpfalz kam, startete sie mit Spender Bernd Lang zu einer Fahrt mit der Sesselbahn Edenkoben.

Mit seiner Stammzellenspende verhalf er vor sieben Jahren einer sterbenskranken Amerikanerin zu einem zweiten Leben. Nun startet Bernd Lang aus Freimersheim eine Werbekampagne für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS).

Der 50-jährige lädt – auch über Facebook – für Sonntag, 3. September, 14 bis 18 Uhr, zu einer Infoveranstaltung auf dem Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde seines Heimatdorfes ein. Es sollen vor allem Menschen kommen, die sich bei der DKMS mithilfe von Registrierungsset, Mundschleimhaut-Probe per Wattestäbchen haben in die Datei aufnehmen lassen. Wie das alles läuft, ist nach Angaben des 50-jährigen Justizvollzugsbeamten im Internet unter www. dkms.de nachzulesen. Wichtig sei, möglichst viele potenzielle Stammzellenspender, sprich Lebensretter, zu rekrutieren.

Vor etlichen Jahren registriert

Ein Blick zurück: Lang, der in Dannstadt-Schauernheim aufwuchs, nach Realschule und Tischlerlehre erst zum Bundesgrenzschutz ging und nun in der Jugendvollzugsanstalt Schifferstadt arbeitet, hatte sich vor etlichen Jahren in der DKMS registrieren lassen. Zusammen mit seiner Frau Sonja. Gleich darauf traf das Typisierungsset ein. Beide schickten einen Abstrich der Wangenschleimhaut ein, und wenig später hielten sie ihren Ausweis in der Hand. Dann passierte lange Zeit nichts. „Ich hatte fast vergessen, dass ich registriert bin“, erinnert sich der dreifache Vater.

"Überrascht, glücklich und gespannt zugleich"

Im April 2010 erhielt er die Information, eventuell als Spender infrage zu kommen. Nach einer Blutspende beim Hausarzt landete er in der engeren Auswahl. Nach weiteren Untersuchungen dann die Gewissheit: Er war der Richtige – und Einzige. Lang war „überrascht, glücklich und gespannt zugleich“. Es folgte der medizinische Check bei der DKMS in Frankfurt, dann begann eine Injektionskur, um die Stammzellenproduktion zu forcieren. Davon hatte er Symptome wie bei einer Erkältung, aber sonst ging alles ohne Probleme vonstatten.

Nach zwei Jahren erfuhr Lang den Namen der Empfängerin

Die sogenannte periphere Entnahme der Stammzellen war im Juli 2010 fällig. Vier Stunden lang wurde Blut aus seinem Arm gezapft und aus diesem die Stammzellen gesammelt. Per Flugzeug landete die Spende in den USA, wo die für ihn unbekannte Empfängerin mit einer Chemotherapie auf die Transplantation vorbereitet wurde. Wie es vertraglich festgelegt ist, durften sich Spender und Empfänger über die DKMS zwar anonym Briefe schreiben, aber erst nach zwei Jahren wurden der jeweilige Name und die Adresse herausgerückt. Für Bernd Lang und die damals 27-jährige Amanda Trybula aus St. Louis stand sofort fest, dass man sich unbedingt sehen wollte. Im März 2013 war es so weit: Lang folgte einer Einladung in die Staaten. Zusammen mit Sohn Joshua, der ihm vor allem als Dolmetscher zur Seite stand. Im September 2013 war der Gegenbesuch in der Südpfalz fällig.

Selbst gesundheitlich angeschlagen

Doch inzwischen ist einiges passiert: Amanda hat sich von ihrem Mann getrennt. Und Spender Bernd Lang hatte es gesundheitlich selbst böse erwischt. „Erst ein Schlaganfall, dann eine Herzoperation“, sagt der frühere Hobbytriathlet, der es sich nie hätte träumen lassen, dass er in so kurzer Zeit zweimal so schwer gebeutelt würde. „Amanda war geschockt, als sie von meinen Problemen erfuhr. Doch inzwischen kann ich Entwarnung geben. Alles gut überstanden“, sagt der DKMS-Fan.

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