Annweiler
Lastwagen haben Straßen beschädigt
Martin Graf hat schon wiederholt auf Probleme durch Schleichverkehr aufmerksam gemacht – so auch bei der jüngsten Umleitung während der Teilsperrung der B10- Er schildert, dass „jede Menge“ meist ost-europäischer 40-Tonner die offizielle Umleitung missachtet haben und durch Annweiler gefahren sind. Dabei hätten sie für Staus und Behinderungen gesorgt, Bäume beschädigt und Bürgersteige und Bordsteine zerstört. Das gelte im Übrigen auch für Queichhambach, Albersweiler, Siebeldingen und Godramstein.
Graf hat etliche Schäden in Fotos festgehalten. Besonders massiv seien diese am Asphalt unmittelbar vor der gesperrten B10-Auffahrt Annweiler Ost in Höhe der Einmündung „In den Bruchwiesen“ am Netto-Markt. Dort hätten die Laster auf engstem Raum wenden müssen und wegen der warmen bis heißen Witterung der vergangenen Wochen tiefe Furchen in den weichen Belag gefräst. Die Fahrer hätten sich aus dem Staub gemacht.
„Bürger zahlt die Zeche“
Die Schäden würden von den Behörden offenbar billigend in Kauf genommen, meint Graf. Denn die Polizei habe kaum kontrolliert, und auch die Ordnungsbehörde habe die Verursacher einfach fahren lassen. Am Ende werde der „im Stich gelassene Bürger die Zeche“ zahlen, „der dumme Deutsche Michel“.
Der Jurist schildert beispielsweise, dass ein litauischer Lastzug sich an Bäumen festgefahren und die stählerne Schutzbefestigung der Baumfüße zusammengefahren habe. „Deutschen Verkehrsteilnehmer würde man dies als Fahrerflucht ahnden mit drei Monatsgehältern Strafe.“ Graf rechnet vor, dass dem Steuerzahler während der zehnwöchigen Sperrung der B10 rund 350.000 Euro Bußgelder verloren gegangen seien, plus Hunderte von Sicherheitsleistungen in Höhe von 1500 Euro für Lkw, die die Straßenschäden durch Ignorieren des Durchfahrtsverbotes vorsätzlich verursacht hätten.
LBM: Problem weniger schlimm, als es aussieht
Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried sagt, er sei kein Experte für den Straßenbau und könne die Schäden nicht beurteilen, aber er kennt die Fotos und das Problem. Es sei im Verkehrsausschuss besprochen worden. Für ihn ist dies ebenso ein Ärgernis wie die unterbliebene Straßenreinigung, weil es den Anwohnern schlicht nicht zumutbar gewesen sei, unter Lebensgefahr mit einem Besen auf die Straße zu treten.
Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Koblenz bestätigt, dass solche Schäden ein häufiges Symptom geänderter Verkehrsführung sind, „wenn eine hohe Anzahl Schwerverkehr wendet – insbesondere bei hohen Temperaturen, wie wir diese zuletzt hatten“. Der LBM hat sich bei der Straßenmeisterei Annweiler erkundigt und gibt aus seiner Sicht Entwarnung. Die Kollegen vor Ort hätten die Örtlichkeit in Augenschein genommen und festgestellt, dass es sich bei den Straßenschäden lediglich um oberflächliche Abreibungen von Feinteilen des Asphalts handele, und somit nicht um gravierende außergewöhnliche Schäden. Die Straßenmeisterei werde die Stellen „einschlämmen“, also auffüllen. Das „funktioniert ohne Fräsen. Der Aufwand ist dementsprechend überschaubar“.
An Bäumen habe die Straßenmeisterei keine erheblichen Schäden festgestellt. Das Lichtraumprofil, also der Raum zur Durchfahrt, sei unabhängig von der Umleitung freigehalten gewesen.