Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landtagswahl: Sven Koch soll es in Mainz richten

Der Herxheimer Sven Koch möchte in Mainz eine verlässliche Stimme der Südpfalz sein.
Der Herxheimer Sven Koch möchte in Mainz eine verlässliche Stimme der Südpfalz sein.

Die CDU Südliche Weinstraße schickt den Herxheimer Bürgermeister Sven Koch ins Rennen um die Landtagswahl 2026. Wofür er steht und was ihm unter den Nägeln brennt.

Mit fester Stimme – und ohne Mikrofon – wandte sich Sven Koch am Mittwochabend an die CDU-Mitglieder in der Mehrzweckhalle in Herxheim-Hayna. Aufgrund technischer Probleme mit der Tonanlage entschied sich der 38-Jährige kurzerhand, bei der Versammlung frei und unverstärkt zu sprechen. Seine Botschaft kam dennoch klar und deutlich bei den Anwesenden an.

Die Mitglieder der CDU Südliche Weinstraße wählten Koch mit überwältigender Mehrheit zum Direktkandidaten für die Landtagswahl 2026 im Wahlkreis 49. Von den 60 gültigen Stimmen entfielen 57 auf ihn; 62 Mitglieder waren insgesamt anwesend. Die Versammlung und die Wahlleitung lagen in den Händen von Georg Kern, Kreisbeigeordneter der Südlichen Weinstraße.

Volle Unterstützung

Bereits im Vorfeld hatte der CDU-Kreisverband Koch einstimmig als Direktkandidaten nominiert. Auch die Vorsitzenden der fünf Gemeindeverbände hatten geschlossen ihre Unterstützung für seine Kandidatur zugesagt. Zum Wahlkreis 49 gehören die Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Herxheim, Landau-Land sowie die Verbandsgemeinde Kandel aus dem Landkreis Germersheim.

Koch, der seit Dezember 2023 Landtagsabgeordneter und ehrenamtlich als Ortsbürgermeister von Herxheim tätig ist, hob in seiner Bewerbungsrede seine enge Verbundenheit zur Region hervor: „Ich möchte eine verlässliche Stimme in Mainz sein – für unsere Region, für die Südpfalz.“ Politik müsse bodenständig und bürgernah bleiben. „Man muss zuhören können und ansprechbar sein – jeden Tag“, erklärte er.

Kritik an Bildungspolitik

Inhaltlich setzte Koch klare Akzente, insbesondere in der Bildungspolitik. Er kritisierte den Zustand des Schulsystems scharf und verwies auf die Gräfenauschule in Ludwigshafen, an der viele Kinder bereits in der ersten Klasse das Schuljahr wiederholen müssten. „Das ist Systemversagen auf ganzer Linie“, so Koch. Er forderte Vorbereitungsklassen vor der Einschulung, eine stärkere Grundbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen, den Ausbau der Schulsozialarbeit sowie zusätzliche Förderlehrer. Auch die kulturelle Bildung dürfe nicht auf der Strecke bleiben.

Hausärztemangel als drängendes Problem

Ein weiteres Kernthema seiner Rede war die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. „78 Prozent unserer Hausärzte sind über 50 Jahre alt – viele sogar über 60“, warnte Koch. Als positives Beispiel nannte er die Initiative „Südpfalz-Docs“, die jungen Medizinern berufliche Perspektiven in der Region eröffnet. Es brauche mehr solcher Projekte sowie neue Kooperationsmodelle. Ziel müsse es sein, Hausärzte nicht nur in Städten, sondern auch in den Dörfern zu halten. Darüber hinaus sprach sich Koch für die Förderung medizinischer Versorgungszentren sowie für die Schaffung zusätzlicher Studienplätze in der Humanmedizin aus – auch mit Blick auf eine mögliche Abschaffung des Numerus clausus.

Kommunen stärken, Landwirtschaft entlasten

Auch die finanzielle und strukturelle Lage der Kommunen bezeichnete Koch als drängende Herausforderung. Als Ortsbürgermeister kenne er die Belastungen aus erster Hand: „Unsere Städte und Gemeinden arbeiten oft am Limit.“ Es brauche Handlungsspielräume für kommunale Entscheider. Zudem sicherte er der Landwirtschaft und dem Weinbau besondere Unterstützung zu. Die Betriebe stünden vor großen Herausforderungen, insbesondere durch Bürokratie und Absatzprobleme. „Unsere Winzer dürfen nicht im Papierkrieg versinken“, mahnte Koch. Sie bräuchten Unterstützung bei Investitionen und eine langfristige Perspektive für ihre Produkte. Die Versammlung verabschiedete ihren Direktkandidaten mit langem Applaus.

Ersatzbewerberin überzeugt per Video

Zur Ersatzbewerberin wählten die Mitglieder die 27-jährige Juristin Julia Müller aus Waldrohrbach, die 57 von 60 Stimmen auf sich vereinte. Müller konnte nicht an der Versammlung teilnehmen: Sie hatte gerade ihr zweites juristisches Staatsexamen abgelegt und befand sich im Urlaub. Dennoch stellte sie sich per Videobotschaft vor – mit Erfolg. Die Mitglieder zollten ihrer Bewerbung großen Respekt.

Auch CDU-Landesvorsitzender Gordon Schnieder war virtuell präsent. In einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft gratulierte er Sven Koch zur Kandidatur und appellierte an die Parteibasis, geschlossen in die bevorstehende Landtagswahl zu gehen. Die Wahl im März 2026 werde richtungsweisend sein, betonte Schnieder.

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