Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Landau-Land: Fünf Tote bei Rettungseinsätzen 2018

Bei medizinischen Notfällen wird oft die Drehleiter der Feuerwehr benötigt. Foto: Lenz
Bei medizinischen Notfällen wird oft die Drehleiter der Feuerwehr benötigt.

Feuerwehrleute werden bei ihren Einsätzen immer wieder einmal mit dem Tod von Menschen konfrontiert. Dies zeigte sich beim Jahresbericht 2018, den Wehrleiter Stefan Kaiser dem Verbandsgemeinderat Landau-Land vorstellte.

Bei 16 Alarmierungen ging es um die Unterstützung von Rettungsdiensten, um bei medizinischen Notfällen die Patienten aus Häusern und Wohnungen zu holen. Es waren allerdings fünf Todesfälle zu beklagen, vier Personen starben während der Einsätze, ein Mann starb später im Krankenhaus.

Alles in allem waren 94 Einsätze zu absolvieren, etwa 20 mehr als in den vergangenen drei Jahren, zehn weniger als im Rekordjahr 1999. Nach Angaben des Wehrleiters rührt die Zahl von 137 Alarmierungen daher, dass bei Einsätzen mehrere Einheiten in Marsch gesetzt wurden, um die erforderliche Personalstärke zu sichern. Hilfeleistungen machen über 70 Prozent der Ausrückquote aus, Brände nur 18 Prozent, Fehleinsätze – hauptsächlich ausgelöst von automatischen Brandmeldeanlagen – etwa zwölf Prozent.

Wegen Unwetter und Sturm wurden die Wehren 28-mal auf den Plan gerufen. Eher in die Rubrik „außergewöhnlich“ gehörten: Austritt aus einem Flüssiggastank in Leinsweiler, ein umgestürzter Lastwagen in Ilbesheim, die Belüftung eines umgekippten Angelweihers, die Bewässerung von Erdlöchern für beinahe verdurstendes Wild, beides in Billigheim-Ingenheim, die Befreiung eines im Auto eingesperrten Kindes in Impflingen oder eine beschädigte Stromleitung durch Astbruch in Heuchelheim-Klingen.

Was die originäre Aufgabe, das Löschen von Feuer betrifft, so waren unter anderem ein Kaminbrand in Eschbach, eine brennende Pferdekoppel in Mühlhofen, ein Heckenbrand hinter einem Gebäude in Ingenheim, ein Traktor in Impflingen und ein Waldbrand an der Madenburg Gründe zum Einschreiten. Letzteres war besonders knifflig, da laut Stefan Kaiser eine 200 Meter Schlauchleitung zu verlegen war.

Die größte Gemeinde, Billigheim-Ingenheim, wurde 61-mal angefahren, Göcklingen nur zweimal. „Obwohl viele Wehrleute auswärts arbeiten, sind wir in der Lage, zu jeder Tageszeit adäquate Hilfe zu leisten“, versicherte Wehrleiter Kaiser. Der Anteil in den Abend- und Nachtstunden lag 2018 mit 14 Prozent deutlich unter dem Wert von 2017 (21 Prozent). Die knapp 200 aktiven Wehrangehörigen erbrachten über 20.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Zur „Mannschaft“ gehören auch 27 Bambinis und 58 Jugendliche, darunter zehn Mädchen.

Aus den Reihen des VG-Rats gab es nur Lob und Anerkennung für das unentgeltliche Engagement der Wehr. Hansjörg Rebholz (FWG) sprach sich trotz Katwarn-App für eine Reaktivierung von Sirenen aus. Diese seien eben viel auffälliger. Bürgermeister Torsten Blank (SPD) hielt dem entgegen, dass eine Umstellung auf Digitalstandard mit Kosten von zwei Millionen Euro für den Kreis verbunden wäre. Der Verwaltungschef sah das Umsetzen des seit fünf Jahren bestehenden Wehrkonzepts auf einem guten Weg. Für den Neubau in Leinsweiler liege inzwischen der Bauvorbescheid vor.

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