Kreis Südliche Weinstraße Land unter

Mit Sandsäcken schützten die „Honigsack“-Bewohner in Annweiler ihre Anwesen.
Mit Sandsäcken schützten die »Honigsack«-Bewohner in Annweiler ihre Anwesen.

Überall heftige Unwetter, aber keine größeren Schäden – so lautet die Bilanz der Polizeidirektion Landau nach den starken Regenfällen am Freitagabend und Samstag. Überschwemmte Straßen, Schlammlawinen, blubberndes Wasser aus Gullideckel: Besonders heftig hat es wieder Annweiler erwischt. Bei Offenbach kam es aufgrund von Aquaplaning zu einem Unfall mit zwei Schwerverletzten.

Da fühlten sich viele Annweilerer am Wochenende mit Schrecken an den 7. und 8. Juni vergangenen Jahres erinnert, als Starkregen die ganze Stadt unter Wasser setzte. Besonders das Gebiet „Zum Honigsack“ hatte damals unter Schlammlawinen zu leiden. Die kamen auch am Freitagabend wieder herunter. Aber glücklicherweise richteten sie keine gravierenden Sachschäden wie im vergangenen Jahr an. Mit Sandsäcken schützten die Bewohner ihre Anwesen. Trotzdem versetzte die Situation viele Anwohner in große Sorge. Der halbe Hang sei die Straße heruntergespült worden, berichtete uns Leserin Heike Krippner. Feuerwehr, Stadtwerke und Bauhof waren vor Ort, um die Straße von der braunen Schmiere zu befreien und zu säubern. Am Samstag hatte besonders das Seimerstal unter dem Gewitter zu leiden. Das vierte Mal Schlamm im Keller innerhalb eines Jahres – dies die unschöne Bilanz einer Anwohnerin. Die Feuerwehr Annweiler war mit Unterstützung der anderen Feuerwehren der Verbandsgemeinde, der Stadtwerke, des Bauhofs, der THW Bad Bergzabern und Hauenstein am Samstagabend zu mehren Unwettereinsätzen im Stadtgebiet ausgerückt. Fünf Stunden waren 63 Kräfte im Einsatz. Die Stadt Annweiler bereitet derzeit ein Hochwasserschutzkonzept vor. Fördersätze bis zu 90 Prozent vom Land sind darüber möglich. Auch für den Honigsack sind Schutzmaßnahmen geplant. Die Verbandsgemeinde beschäftigt der Hochwasserschutz ebenfalls. Geplant war, den Flächennutzungsplan auf dem Klingelberg zu ändern, um statt Maisfeldern darauf nur Boden zuzulassen, der Wasser besser einsickern lässt. Doch nach Widerspruch der Landwirtschaftskammer gab es im Rat dafür keine Mehrheit. Zudem wollte das Gremium erst das von der Stadt beauftragte Hochwasserschutzkonzept abwarten. Am Samstagmittag wurden ein 26-jähriger Südpfälzer und seine 21-jährige Beifahrerin auf der Kreisstraße 40 bei der Neumühle bei Offenbach schwer verletzt. Der Fahrer verlor auf der nassen Straße die Kontrolle über seinen Opel – weil er bei Aquaplaning zu schnell unterwegs war. Das Auto schoss nach links in die Böschung und überschlug sich, wie die Polizei informiert. Beide Insassen wurden im dem schwer beschädigten Wagen eingeklemmt. Erst Rettungskräfte konnten sie befreien. Der Fahrer wurde mit dem Hubschrauber in die BG-Unfallklinik nach Oggersheim geflogen. Seine Beifahrerin ist in einem Landauer Krankenhaus. Auch die Feuerwehr Landau-Land war am Samstag viel unterwegs, die Pressesprecher Benjamin Hirsch berichtet. Zu 15 Einätzen wurde sie alarmiert. So war beispielsweise in Billigheim-Ingenheim eine Straße überschwemmt. In Böchingen, Billigheim-Ingenheim, Frankweiler, Heuchelheim-Klingen und Impflingen mussten Keller ausgepumpt werden. Zeitweise musste die stark überflutete Bundesstraße 38 – die Verbindungsstraße zwischen Landau und Bad Bergzabern – abgesichert werden. Bis 22.30 Uhr waren jeweils bis zu 45 Einsatzkräfte vor Ort.

Aquaplaning und zu schnell unterwegs: Bei einem Unfall bei der Neumühle am Samstag wurden zwei Menschen schwer verletzt.
Aquaplaning und zu schnell unterwegs: Bei einem Unfall bei der Neumühle am Samstag wurden zwei Menschen schwer verletzt.
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