Knöringen
Lärm und Kot: Anwohner von Saatkrähen genervt
Die Saatkrähen haben Knöringen für sich entdeckt und lassen sich nicht vergrämen. Sie sind wohl gekommen, um zu bleiben. Seit 2019 haben sich die Vögel mit ihren Nestern hoch oben in den Bäumen angesiedelt und sie krächzen freudig vor sich hin. Lange gedauert hat es nach ihrer Ankunft nicht, bis sie für die ersten Anwohner zum Ärgernis wurden, berichtet Ortschef Dieter Ditsch. Der Grund: Die menschlichen Nachbarn der Brutkolonie sind über den Lärm, den die Krähen produzieren, nicht sonderlich erfreut.
Ihr zu Hause ist der idyllisch am Ortseingang gelegene und 1998 eingeweihte Zimmerplatz – ein an sich schmuckes Plätzchen zum Verweilen. Gerade im Sommer spenden die großen Platanen dort angenehmen Schatten. „Grah, grah, grah“: Seit ein paar Jahren haben allerdings ist genau dort auch das zu Hause der Saatkrähen. Etwa 35 Nester haben sie ringsum in die großen Bäume gebaut, erzählt der Ortsbürgermeister.
Seit die Krähen da sind, wird der Platz nicht mehr genutzt
Die unter Naturschutz stehenden Krähen rotten sich gerne in größeren Gruppen zusammen und machen dementsprechend gehörig Lärm. Auch koten sie an Ort und Stelle, was gerade im Frühling und im Sommer ein Sitzen oder gar Verweilen auf dem Zimmerplatz schwierig macht. „Alles ist voller Vogelkot. Seit die Krähen hier sind, wird der Platz kaum mehr genutzt“, stellt der Ortschef fest. Viele Bürger seien genervt.
Auch im Gemeinderat seien die Krähen schon mehrfach Thema gewesen. Es habe auch schriftliche Beschwerden von Bürgern gegeben. Für eine Baumschnittmaßnahme im vergangenen Jahr, bei der Nester entfernt werden mussten habe es eine klare Zustimmung gegeben.
Hintergrund des Bäumescheidens war die Verkehrssicherung der Bahnhofsstraße (L513). Die Bäume, die auf Gemeindegelände stehen, mussten in Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeindeverwaltung von jeder Menge Totholz befreit werden. Hierzu mussten die Nester entfernt werden.
Die Vögel hätten sich daraufhin aber nicht aus dem Staub gemacht, „sondern sie sind auf umliegende Pappeln und Kirschbäume ausgewichen“, sagt Ditsch. Auch auf Bäumen, die sich auf Privatgelände befinden, hätten es sich die Vögel gemütlich gemacht. Ein paar wenige Saatkrähen habe ein Falke vertrieben, schildert Ditsch weiter. Der Ortsbürgermeister betont, dass ihm das Krähen-Problem bewusst sei, ihm und der Gemeinde aber die Hände gebunden seien, da die Vögel naturgesetzlichen Schutz genießen. Nur bei genehmigten Totholz-Schneidemaßnahmen dürften Nester entfernt werden. Dies habe jedoch bis dato keine Verbesserung gebracht.