Göcklingen
„Kronewirtskätche“ Katharina Eck feiert ihren 100. Geburtstag
Am 18. April 1921 erblickte Katharina Eck, geborene Klundt, in Ingenheim das Licht der Welt. Am Sonntag feiert sie in ihrem jetzigen Wohnort Göcklingen ihren 100. Geburtstag. Und dieses Jahrhundert war ereignisreich. Zusammen mit ihren zwei Brüdern wuchs sie im bäuerlichen Betrieb ihrer Eltern Eugen und Anna Klundt auf. Ihr Vater hatte außer einem landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb mit Wein-, Ackerbau und Viehzucht ein Fuhrunternehmen mit Pferden und Kutsche.
Wie damals üblich, ging sie sieben Jahre in die örtliche Dorfschule. Aus Geldmangel konnte sie keine höhere Schule besuchen, obwohl dies damals ihr sehnlichster Wunsch war. Ihr blieben lediglich drei Wintersemester an der Hauswirtschaftsschule in Bergzabern. Anschließend arbeitete sie einige Zeit als Haushälterin in Landau. Da zu Hause ihre fleißigen Hände fehlten, musste sie auf Drängen ihrer Eltern zurückkehren. Dort fand sie eine Teilzeitbeschäftigung in der Milchzentrale, wo sie auch während des Krieges arbeitete. Doch die Arbeit auf dem Feld wurde immer beschwerlicher, weil die Pferde eingezogen wurden und nur noch mit dem Ochsen gearbeitet werden konnte. Obwohl ein Teil der Ernte abgeliefert werden musste, brauchte die Familie keinen Hunger zu leiden. „Mer Baure hänn immer genug zu Essen gehabt“, erinnert sich Katharina Eck. Bei einem Bombenangriff wurden die Scheune zerstört und einige Tiere getötet. Viel schlimmer aber war für sie, dass sie ihren jüngsten Bruder an der Ostfront verlor und der ältere Bruder mit schweren Beinverletzungen aus dem Krieg zurückkam.
Im Ort als „Kronewirtskätche“ bekannt
Ihren Wunsch, eine Familie zu gründen, konnte sie verwirklichen, als sie mit dem Göcklinger Land- und Gastwirt Otto Eck das Glück und den Mann fürs Leben fand. Beide heirateten am 12. August 1959, und Katharina zog in der Wirtschaft „Zur Krone“ in Göcklingen ein. Mit viel Fleiß ging des Ehepaar zu Werke. Sie schenkte zwei Söhnen das Leben. Heute ist sie Oma von vier Enkeln und einer Urenkelin. In der Mitte ihres Lebens machte die „Kronewirtskätche“, wie sie liebevoll im Dorf genannt wird, den Autoführerschein. Viele Jahre führte sie mit ihrem Mann das Gasthaus in der Ortsmitte, dem Ortsmittelpunkt der damaligen Zeit. Mit dem Kochlöffel konnte sie genauso gut umgehen wie mit dem „30er-Eicher-Traktor“, den sie bis zu ihrem 87. Lebensjahr steuerte. Die Rolle der Wirtin wollte die Jubilarin auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1997 nicht aufgeben und öffnete bis 2001 jeden Sonntag die Tür für eine Runde Schafkopf am Vormittag oder eine gute Unterhaltung am Nachmittag.
Geistig rege verfolgt das Geburtstagskind noch das Weltgeschehen, liest die Tageszeitung und informiert sich über aktuelle Nachrichten. Und gegen das Coronavirus ist sie natürlich auch schon geimpft. „Ich häb gar nix g'spürt“, sagt sie schmunzelnd.