Kreis Südliche Weinstraße Kontrollen auf dem Prüfstand

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Die Sicherheitskontrollen bei Musikfestivals wie dem Plätzelfeschd in Herxheim sorgen bei vielen Gästen für Gesprächsbedarf. Obwohl die meisten Besucher nichts dagegen haben, sehen sie die Umsetzung kritisch. Eine Umfrage.

Im Gespräch vor Ort kam es zu einer interessanten Diskussion. So glaubt Samuel Habrosek aus Steinweiler nicht, dass die Kontrollen durchgeführt werden, um das Schmuggeln von Alkohol zu unterbinden. „Das ist übertrieben, die haben einfach zu viel Angst nach den Anschlägen“, so der 19-Jährige. André Lachmann hat keine Angst vor Anschlägen auf kleineren Volksfesten in der Region, hat aber prinzipiell nichts gegen die Sicherheitskontrollen am Eingang. „Ich finde es gut, wenn die Ordner da sind, um zum Beispiel bei Schlägereien einzugreifen.“ Von verschärften Bedingungen und genaueren Kontrollen habe er allerdings nichts bemerkt. „Meine Freundin ist einfach so mit ihrer Tasche reingelaufen“, sagt der 23-Jährige aus Rohrbach. Auch Robin Strasser hält die Sicherheitsvorkehrungen für „recht mau“, sieht kein System beim Kontrollieren der Besucher. Er habe bemerkt, dass oft nur die Männer durchsucht werden. „Man sollte mehr Sicherheitskräfte hinstellen“, fordert der 20-jährige Jockgrimer. „Die Kontrollen sind gut, haben auch ihren berechtigten Grund“, findet Ricardo Perna aus Bellheim. Die Zahl der Ordner zu erhöhen, hält der 21-Jährige allerdings für keine so gute Idee. „Wenn an jeder Ecke einer steht, geht ja auch der Spaß flöten“, sagt er. Der gleichen Meinung ist auch ein Familienvater, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben möchte. „Mehr Sicherheit würde ich mir nicht wünschen, wenn etwas passiert, passiert es eben, sowas kann man nicht komplett verhindern“, sagt er. Auch die Tasche seiner Frau wurde nicht kontrolliert. Diese zeigt sich ernüchtert von den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen. „Ich habe einfach meinen Eintritt bezahlt und bin aufs Gelände“, erklärt sie. Während die Meinungen der Gäste durchaus kritisch sind, haben die Verantwortlichen keinen Grund zur Sorge. „Wir kontrollieren nach Gewaltpotenzial“, erklärt ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte am Eingang, „Körperkontrollen machen wir nicht, dürfen das auch gar nicht. Nur bei dringendem Verdacht.“ Dass die Tasche der Frau nicht durchsucht wurde, sei nicht bedenklich. „Wir wollen die Leute ja nicht belästigen.“ Vor allem Jugendliche stünden unter Verdacht, Alkohol mit auf das Gelände schmuggeln zu wollen. Und die Kontrollen werden ernst durchgeführt, das beweisen die zahlreichen Plastikflaschen, die wie Trophäen am Eingang rumstehen. Auch der Rucksack des Autors wurde überprüft. „Das Plätzelfeschd ist ein ruhiges Fest, Messer oder andere Waffen haben wir keine gefunden“, erklärt der Ordner. Auch Benjamin Jochim vom Deutschen Roten Kreuz Herxheim sieht das Plätzelfeschd auf einem guten Weg. „Auf den Weinfesten gibt es mehr Besoffene, das Plätzelfeschd ist in der Hinsicht echt gut.“ An größere Schlägereien kann er sich nicht erinnern. „Wir haben alles im Griff“, sagt der 26-Jährige aus Herxheim. Gemeinsam mit seinen drei Kollegen vom DRK stehe er ständig in Kontakt mit der Security, außerdem sei immer ein Rettungssanitäter vor Ort. Ein weiteres Problem auf Dorffesten ist oftmals die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, gerade beim Ausschank von Alkohol. Hier, findet Jochim, habe man in Herxheim ein gutes System. Am Eingang gibt es verschiedenfarbige Bändchen, die Auskunft über das Alter des Besuchers geben. Über Mikrofon wird außerdem immer verkündet, wann minderjährige Gäste das Gelände verlassen müssen. „Das klappt besser als auf jedem Weinfest“, so Jochim. |meyd

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