Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Kita in Corona-Zwickmühle: Dritte PCR-Testung in einem Monat

Nur alle Kinder der Edenkobener Kita sind von der Quarantäne betroffen.
Nur alle Kinder der Edenkobener Kita sind von der Quarantäne betroffen.

Die Kita Sternenstaub in Edenkoben steckt in einer Corona-Zwickmühle. Kaum hat sie den zweiten positiven Fall innerhalb kurzer Zeit gemeldet und – da nicht in festen Gruppen gearbeitet wird – fast alle Kinder in Quarantäne geschickt, gibt es wieder schlechte Nachrichten. Im Hintergrund läuft eine Anzeige gegen eine Familie.

37 der 45 Mädchen und Jungen der kommunalen Kindertagesstätte sind seit Dienstag in Quarantäne, weil sie Ende der vergangenen Woche Kontakt zu einer infizierten Mitarbeiterin hatten. Sie konnten sich bereits per PCR testen lassen, somit hätte am Donnerstag oder Freitag wieder mehr Leben in der Einrichtung herrschen können. Nun müssen die Betroffenen aber länger zu Hause betreut werden.

Denn wie die städtische Beigeordnete Charmaine Beyer am späten Mittwochabend mitteilt, hat bei einem Spielkameraden der betroffenen Kinder bereits am Dienstag ein Schnelltest angeschlagen. „Die Familie konnte keinen PCR-Test machen, weshalb sie zum Schnelltest griff“, erklärt Beyer. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Südliche Weinstraße wurde eine neue Quarantänezeit angeordnet. Es gilt nun der Zeitpunkt, an dem die Kinder zuletzt Kontakt mit dieser jungen Corona-Verdachtsperson hatten. Dieser war am besagten Dienstag.

35 Kinder bleiben länger in Quarantäne

Bislang war die an Covid-19 erkrankte Erzieherin der Grund für die eingeleiteten Maßnahmen. Sie soll am vorvergangenen Donnerstag infektiös gewesen sein, weshalb am Dienstag mit aussagekräftigen Testergebnissen gerechnet wurde. Der Bezug zur Mitarbeiterin sei aber nun hinfällig, sagt Beyer. Es könnte nämlich sein, dass sich Mädchen und Jungen nicht bei ihr, sondern an dem am Dienstag per Schnelltest positiv getesteten Kind angesteckt haben. Für 35 Kinder hat das zur Folge, dass sie bis Sonntag zu Hause bleiben müssen. Erst dann können sie durch einen PCR-Test endgültig Gewissheit erlangen. Für viele Familien ist es die dritte Testung in diesem Monat. Bereits Anfang November gab es einen Corona-Fall in der Einrichtung.

Der Elternausschuss möchte sich auf Anfrage der RHEINPFALZ nicht zum Geschehen äußern. Über Beyer lässt er ausrichten, dass die Mitglieder hinter den Entscheidungen des Trägers und der Leitung stehen. Laut der Beigeordneten seien viele Mütter und Väter verständlicherweise verärgert. Abgesehen von der psychischen Belastung müssten sie ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass sie noch länger ihr Kind daheim betreuen, wofür es nicht immer Verständnis gebe.

Testergebnisse liegen teilweise vor

Nach Angaben von Beyer liegen die ersten Ergebnisse der PCR-Testung vor. Bislang sind drei Kinder an Covid-19 erkrankt, nach dem ersten Corona-Fall hatten sich zwei Kinder angesteckt.

Beyer zufolge soll eine Familie die jüngsten Infektionen ausgelöst haben. Es gebe Hinweise darauf, dass ein Elternpaar über Dritte sein Kind in die Kita bringen ließen, obwohl es zu dem Zeitpunkt über eine eigene Corona-Infektion Bescheid gewusst haben soll. Das Kreisordnungsamt und das Gesundheitsamt seien über den Sachverhalt informiert und darauf hingewiesen worden, dass eine Ordnungswidrikeit vorliegen könnte, sollte sich das Ganze bewahrheiten.

Die Kreisverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass seit Dezember 2020 ungeimpfte Angehörige eines Hausstands in Quarantäne müssen, sofern ein Mitglied positiv getestet wurde. „Verstöße können eine Ordnungswidrigkeit darstellen.“ Der Edenkobener Fall werde geprüft, es wurden weitere Maßnahmen eingeleitet. Zu dem laufenden Verfahren könne sich nicht weiter geäußert werden.

Info

  • Die städtische Beigeordnete Charmaine Beyer weist Eltern der Edenkobener Kita auf einen Corona-Leitfaden hin, den auch andere Träger von Einrichtungen in der Südpfalz auf Grundlage der Landesverordnung so oder so ähnlich wiedergeben.
  • Kinder mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen oder Husten sollen zu Hause bleiben. Sie dürfen die Kita erst wieder besuchen, wenn sie wieder gesund ist beziehungsweise es dem Kind wieder deutlich besser geht.
  • Befindet sich im Hausstand beziehungsweise in der Familie eine Person mit einem positiven Schnelltest, so sind die übrigen Angehörigen zur Quarantäne verpflichtet, bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt. Von dieser Reglung sind Geimpfte und Genesene befreit, sofern sie keine Symptome haben.
  • Ist das Testergebnis negativ, dürfen alle die Quarantäne sofort beenden.
  • Bei einem positiven Testergebnis bleiben die Angehörigen, die nicht geimpft oder genesen sind, blefür iben zehn Tage in Quarantäne. Fünf Tage nach Bekanntwerden der Infektion können Angehörige einen PCR-Test machen und bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne verlassen. Auch ein negatives Ergebnis nach einem PoC-Test reicht aus, dieser hätte allerdings nach sieben Tagen Gültigkeit.
  • Die Testungen müssen Betroffene selbst organisieren, beispielsweise über den Haus- beziehungsweise Kinderarzt oder über einen Schnelltest-Zentrum

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