Kreis Südliche Weinstraße Kinderstube für Bienen, Hummeln und Wespen

Lehrer Peter Jung und seine Schüler begutachten die von ihnen gebauten Insektenhotels im Sinnesgarten der Pro-Seniore-Residenz.
Lehrer Peter Jung und seine Schüler begutachten die von ihnen gebauten Insektenhotels im Sinnesgarten der Pro-Seniore-Residenz.

Der rund 1000 Quadratmeter große Erlebnis- und Sinnesgarten in der Pro-Seniore-Residenz in Bad Bergzabern ist um drei Insektenhotels, die einen neuen Lebensraum für eine Vielfalt von Insekten bieten, reicher. „Das ist einfach faszinierend, was die Schüler hier geschaffen haben“, so das Fazit von Susanne Arnold, Leiterin der Einrichtung. Sie kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus.

14 Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren, für die in wenigen Tagen die Schule zu Ende geht, haben die Klasse 10 BO der Realschule plus im Alfred-Grosser-Schulzentrum, eine von zehn BO-Klassen in Rheinland-Pfalz, besucht und bei einem ihrer Projekte an mehreren Terminen die Insektenhotels als Kinderstube und Unterschlupf für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Wespen gebaut. Apropos BO: Die Abkürzung steht für Berufsorientierung. Drei Tage in der Woche haben die Schüler Unterricht, zwei Tage absolvieren sie Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen. Schüler, die aus vielen Gründen Probleme mit dem Lernen haben, können so ihren Schulabschluss machen. Klassenlehrer Peter Jung, der bei den ganztägigen Einsätzen im Erlebnis- und Sinnesgarten mit fachmännischer Anleitung immer dabei war, zeigte sich beim kleinen Abschluss-Meeting mit den Leistungen, die in den drei zurückliegenden Jahren jeweils von Schülern der Klasse 10 BO geleistet wurde, hoch zufrieden. Längst hat sich zwischen Schule und Senioren-Residenz eine enge Kooperation entwickelt. Susanne Arnold zollte den Schülern und ihrem Lehrer dickes Lob und Anerkennung und zeichnete sie Urkunden aus. Bislang wurden in der Gartenanlage Hochbeete aus Paletten gebaut und mit blauer und roter Farbe gestrichen, die sich als bunte Farbtupfer auf der grünen Wiese erweisen. Auf den Beeten gedeihen Kräuter aller Art wie Zitronenmelisse, Liebstöckel, Basilikum, Mangold und viele andere. Im Garten gibt es auch Blumenbeete und Sträucher. Hochbeete sind für ältere Menschen und Personen im Rollstuhl besser geeignet als ebenerdige Anlagen. Die Schüler haben es aber nicht nur bei der Pflanzaktion belassen, sondern kümmern sich in einer Patenschaft auch um die Pflege der Anlage. So wurde diese vor Monaten „frühlingsfrisch“ herausgeputzt und auch danach regelmäßig von Unkraut befreit sowie die Wege gesäubert. Die Schüler konnten bei diesem Projekt die Umwelt mit allen Sinnen erfahren und sie als unersetzlich, aber auch verletzbar wahrnehmen. Sie konnten dabei ein ökologisches Verantwortungsgefühl entwickeln. Für die Bewohner der Pro-Seniore-Residenz ist die Gartenanlage eine Oase der Erholung . Sie setzt nicht nur optische Anreize für den Betrachter. Es wird auch verstärkt Wert darauf gelegt, weitere Impulse zu bieten. Das sind insbesondere sensorische Aspekte durch Riechen, Fühlen und Schmecken, Erhaltung und Förderung motorischer Fähigkeiten, Leistung von Erinnerungsarbeit und schließlich das Wecken von verborgenen Fähigkeiten, wie Arnold im Gespräch mit der RHEINPFALZ betonte. Das Projekt ist von seiner Konzeption auf Nachhaltigkeit angelegt und soll im Laufe der Jahre konsequent weiter entwickelt werden. Susanne Arnold hat auch schon bestimmte Vorstellungen, die sie aber nicht verraten wollte. Die Leiterin erzählt aber auch, dass Tatjana Meyer, eine der Schülerinnen der 10 BO in den zurückliegenden Jahren, derzeit in der Pro-Senioren-Residenz ihre Ausbildung als Altenpflegerin macht.

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