Rohrbach RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder und Senioren unter einem Dach: KiSenTa-Betrieb gestartet

Betreuer singen zusammen mit Kindern aus der Kita und Senioren aus der KiSenTa.
Betreuer singen zusammen mit Kindern aus der Kita und Senioren aus der KiSenTa.

Die KiSenTa in Rohrbach ist eine Kombination aus Kita und Seniorentagesstätte. Der Betrieb läuft seit Ende des vergangenen Jahres. Insgesamt hat das Projekt 3,2 Millionen Euro gekostet. Wie genau funktioniert das Konzept?

Es sind zwei voneinander getrennte und doch etwas miteinander verwobene Bereiche, die durch einen Gang und einen Mehrzweckraum verbunden sind. Auf der einen Seite die Seniorentagesstätte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), auf der anderen der Kita-Bereich unter Trägerschaft der protestantischen Kirchengemeinde. Durch die großen Fensterpartien können die Kinder ins Gebäude der Senioren schauen und umgekehrt. Im Außenbereich wurden viele Sitzmöglichkeiten geschaffen, die den Blick „zu den Nachbarn“ ermöglichen.

„Schön, dass es dich gibt“, sagt eine Seniorin und schaut dem kleinen Jungen, der rechts von ihr sitzt in die Augen. Er schenkt der Dame ein Lächeln. Die beiden sind nicht alleine, es gibt weitere Teilnehmer am Singkreis an diesem Donnerstagmorgen. Sie haben allesamt bunte Tücher in der Hand, schwingen diese im Takt durch die Luft und singen. Das Lied „Häschen in der Grube“ scheint allen zu gefallen. Ein paar Meter daneben wird in der Küche schon der Feldsalat fürs Mittagessen gezupft.

Offen ist die Seniorentagesstätte bisher an den Tagen Dienstag und Donnerstag, demnächst soll auch der Mittwoch hinzu kommen. Der Betrieb befindet sich noch im Aufbau. Die Senioren, die zur Betreuung in Rohrbach sind, sind zwischen 64 und 93 Jahren alt – unter ihnen befinden sich auch demente Menschen. Sie kommen aus unterschiedlichen Ortsgemeinden, etwa aus Bad Bergzabern, Herxheim, Rohrbach, Insheim und Freckenfeld. Die meisten kommen regelmäßig in die Tagesbetreuung. Sie können beim Kochen helfen, wenn sie wollen, müssen sie aber nicht. Für sie steht in der Begegnungsstätte auch Zeitunglesen und Basteln auf dem Programm.

Gemeinsame Aktionen wie der Singkreis sind Teil des KiSenTa-Konzepts. An Fasching werde es eine gemeinsame Feier mit den derzeit rund 30 Kita-Kindern geben, erklärt die Leiterin der Seniorentagesstätte, Jaqueline Rudkin. „Die Masken werden wir selbst basteln“, ergänzt sie. Dazu werden auch süße Leckereien gebacken. „Von den gemeinsamen Treffen profitieren beide Seiten. Auch eher verschlossene Menschen blühen plötzlich auf.“ Im Dezember habe man auch schon zusammen Weihnachten gefeiert. Insgesamt drei Fach- und zwei Betreuungskräfte kümmern sich um das Wohl der Menschen im Senta-Bereich. In der Kita sind 4,2 Stellen auf mehrere Köpfe verteilt.

„Es war ein langer Weg für dieses Mammutprojekt“, sagt Ortsbeigeordenete Sina Littig. Die Corona- und die Energie-Krise seien in die Bauzeit gefallen. Seit Ende des vergangenen Jahres ist das Rohrbacher Großprojekt nun in Betrieb. Am Dorfplatz, gegenüber von der Grundschule und vom Rathaus, ist die KiSenTa als Begegnungsstätte für Jung und Alt als zweiteiliger Gebäudekomplex entstanden. Baubeginn war im Oktober 2020, nun ist bis auf kleinere, noch ausstehende Restarbeiten alles fertig. Es ist eine besondere Kombination, die im Landkreis Südliche Weinstraße auch eine besondere Stellung einnimmt, da es nach Angaben der Herxheimer Verwaltung die einzige in der Region mit diesem Konzept ist. Die ursprünglich anvisierten Baukosten von 2,8 Millionen Euro sind auf nun 3, 2 Millionen Euro gestiegen. Davon sind rund zwei Millionen Euro für den Kita-Bereich verwendet worden. Der Kreis hat hier rund 286.000 Euro beigesteuert, das Land 315.000 Euro.

Aufgekommen war die Idee der KiSenTa vor etwa fünf Jahren. Die bisherige Kindertagesstätte, die in der Nähe der Kirche zu finden ist, war zu klein geworden, da Rohrbach durch das Neubaugebiet nahe des Modepark Röther viele Familie hinzugewonnen hat. Mehr oder minder gleichzeitig hatte der ASB nach einem Standort für eine Seniorentagesstätte gesucht. So hat sich schließlich die Idee, beides unter einem Dach zu vereinen, zusammengefügt. Der bisherige Kindergarten steht ebenfalls unter Trägerschaft der protestantischen Kirchengemeinde. Es gibt dort drei Gruppen, die insgesamt 75 Kinder umfassen.

Info

Am 15. April, 10 bis 15 Uhr, ist die offizielle Eröffnung der KiSenTa geplant. In diesem Rahmen findet auch ein Tag der offenen Tür statt, zu dem alle Bürger eingeladen sind, die Einrichtung zu besichtigen und sich vor Ort ein Bild zu machen.

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