Walsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder beschmieren Häuser und Autos mit Farbe

Yvette Hentzschel setzt bei ihrem Golf bewusst auf den Rostlaubenstil. Die Farbflecken fand sie hingegen nicht witzig.
Yvette Hentzschel setzt bei ihrem Golf bewusst auf den Rostlaubenstil. Die Farbflecken fand sie hingegen nicht witzig.

Anfang Juni wurden in Walsheim mehrere Hauswände von zwei Kindern mit Farbe besprüht. Auch das Auto der etwas anderen Art von Yvette Hentzschel hat es erwischt. Die Kinder haben sich entschuldigt – und den Schaden wieder gut gemacht.

Rückblick: Yvette Hentzschel aus Walsheim startete im vergangenen Jahr bei einer Deutschland-Rallye, die RHEINPFALZ berichtete. Sie fuhr die 4500 Kilometer lange Strecke mit ihrem Wagen – einem 35 Jahre alten Golf. „Der läuft nach wie vor gut“, sagt sie. Das Besondere an Hentzschels Fahrzeug ist sein abgewracktes Aussehen, das so gewollt ist. „Das nennt sich Rat-Tuning, also Ratten-Tuning“, erklärt die Südpfälzerin.

Doch nun zur eigentlichen Geschichte: „Voller Motivation ging ich morgens zum Auto, wollte zur Arbeit und landete dann völlig verärgert bei der Polizei“, sagt Hentzschel über das Entdecken von grüner Sprühfarbe auf ihrem Wagen Anfang Juni. Sie erstattete Anzeige. „Als ich wieder daheim in der Straße ankam, war da auf einmal eine Menschenansammlung.“ Denn außer Hentzschels Auto wurden auch mehrere Hauswände, eine Garage und ein Verkehrsschild mit verschiedenen Farben besprüht.

Oma und Mutter begleiten Kinder

Es stellte sich heraus, dass zwei Kinder für die Farbschmierereien verantwortlich waren. Pascal Göller von der Polizeiinspektion Landau berichtet von sieben Anzeigen, die in diesem Fall eingingen. Ein Anwohner hatte am Sonntagabend, 6. Juni, einen 13-jährigen Jungen und ein zwölfjähriges Mädchen bei den Farbschmierereien beobachtet und die beiden festgehalten, bis die Polizei eintraf. Am nächsten Morgen gingen die Mutter und die Oma der Geschwister, die den Schaden angerichtet hatten, mit den Kindern von Haus zu Haus, um sich zu entschuldigen.

Hentzschel kam mit der Familie ins Gespräch. „Die Kinder zeigten sich einsichtig. Die Mutter hat alles aufgenommen und wollte eine Reinigungsfirma beauftragen.“ Manche der beschmierten Häuser seien denkmalgeschützt, sagt Hentzschel. „Sie wollten sich dann auch den Schaden an meinem Auto anschauen.“ Hentzschel lief mit der Familie zu ihrem Wagen. „Ich sagte zu den Kindern: Ihr habt’s fabriziert, jetzt dürft ihr es auch wieder wegmachen.“ Und drückte ihnen gleich Papiertücher, Handschuhe und Verdünnungsmittel in die Hand.

Sprühflecken sind weg

Wie die Kinder auf die Idee mit den Farbspraydosen kamen, weiß Hentzschel nicht. Sie gab den beiden bei der Reinigungsaktion allerdings diese Bitte mit auf den Weg: „Wenn ihr Ideen habt, mein Auto zu verschönern, können wir gerne drüber reden, aber nicht alleine machen.“

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