Kreis Südliche Weinstraße Kein Treffer

Halt, da geht’s zur Kontrolle.
Halt, da geht’s zur Kontrolle.

Das Ergebnis vorweg: Bei der rund dreistündigen Kontrolle von 72 Fahrzeugen wurde kein einziger verbotener Feuerwerkskörper gefunden. Immerhin 20 Beamte der Polizeiinspektionen Bad Bergzabern und Wörth, der Bundespolizei, des Landeskriminalamtes Mainz und der Gendarmerie in Weißenburg waren unter der Leitung von Polizeikommissar Marcel Kübel aus Bad Bergzabern am Einsatz beteiligt. „Ich freue mich, dass es keine illegale Einfuhr von Pyrotechnik gegeben hat“, lautete Kübels Fazit. Als „Nebeneffekt“ sah er die Präsenz der Polizei auch als Prävention gegen Wohnungseinbrüche in der dunklen Jahreszeit. Neben einer allgemeinen Fahrzeugkontrolle legten die Beamten das Hauptaugenmerk auf pyrotechnische Gegenstände. „Des Geld spar’ ich mir“, so ein älterer Herr auf die Frage eines Polizeibeamten, ob er in Frankreich Feuerwerkskörper gekauft habe. Was er sich nicht ersparen konnte, war allerdings ein Atemalkoholtest, bei dem er knapp die Grenze des Erlaubten von 0,5 Promille überschritten hatte. Die Konsequenz: Er durfte nicht weiterfahren, hatte aber zum Glück seine Frau dabei, um nach Hause zu kommen. „Wir wissen, dass man in Frankreich nix kaufen darf“, war die Aussage des Fahrers eines Autos aus der Südpfalz, der unbehelligt weiterfahren durfte. „Wenn wir Starenschreckpatronen mit der Kennzeichnung PM2 finden, werden sie eingezogen und es wird ein Strafverfahren eingeleitet“, informierte der Einsatzleiter im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Im Minutentakt wurden die sich nähernden Autos auf den Parkplatz dirigiert und kontrolliert. Papiere, Zustand des Autos und vor allem der Inhalt des Kofferraums. „Gibt es einen Anlass für die Kontrolle?“, fragte ein Herr mit Neustadter Kennzeichen, der den Kofferraum mit Kulinarischem aus Frankreich für das Silvesteressen gefüllt hatte. Er wurde über den Einsatzschwerpunkt informiert, Feuerwerkskörper waren bei ihm nicht zu finden. „Wir sind an Silvester eingeladen und schauen beim Feuerwerk nur zu, wir kaufen nichts“, erzählte ein Ehepaar aus der Vorderpfalz. „Wir feiern mit Freunden in der Südpfalz, machen aber gar kein Feuerwerk“, so ein Ehepaar aus Karlsruhe, das einen Ausflug ins Elsass unternommen hatte. Vor dem Einsatz am Weintor hatte Sprengstoffexperte Dirk Wollenweber vom Landeskriminalamt Mainz seine Kollegen detailliert über das Thema Pyrotechnik informiert. Auch über selbst gebastelte Sprengsätze, die massive Schäden anrichten können. „Es sind fast nur Männer, die für Silvester Pyrotechnik zusammenbasteln, Hauptsache es ist laut“, so die Erfahrung des Sprengstoffexperten. Wie gefährlich das Manipulieren an Böllern oder das Basteln von Sprengkörpern ist – das wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz streng geahndet wird – demonstrierte Wollenweber an einigen Videobeispielen. Die Folgen: völlig zerstörte Hände, ein zerfetzter Schubkarren, ein schrottreifes Auto. „Wir haben ungefähr 150 Einsätze pro Jahr wegen sogenannter unkonventioneller Brand- und Sprengvorrichtungen“, berichtete Wollenweber. Vor einigen Jahren hat es seinen Worten zufolge in der Südpfalz einen Einsatz wegen manipulierter Böller gegeben, die ein Familienvater gebastelt und gezündet hatte. Das Ergebnis: Mehrere Finger wurden weggesprengt. „Also Finger weg von Experimenten und von in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern“, warnte daher auch Polizeikommissar Marcel Kübel.

Mal abwarten, ob die Beamten fündig werden.
Mal abwarten, ob die Beamten fündig werden.
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