Kreis Südliche Weinstraße Kein neuer Vorstand

Der Krankenpflegeverein Oberschlettenbach konnte am Mittwoch in der erstmals seit drei Jahren wieder einberufenen Mitgliederversammlung keinen neuen Vorstand wählen. Keines der fast vollzählig erschienenen 23 Mitglieder – mehr als ein Viertel der Einwohner der Gemeinde – erklärte seine Bereitschaft, sich in den Vorstand wählen zu lassen.
Der alte Vorstand steht nicht mehr zur Verfügung. Jetzt soll ein Kooperationsvertrag mit dem Krankenpflegeverein Vorderweidenthal ausgehandelt werden. Der Verein hat 23 Mitglieder, das sind 35 Einzelpersonen, Ehepaare werden als ein Mitglied geführt. Mehr als 600 Euro werden jährlich an Mitgliederbeiträgen an die Sozialstation zu deren Unterstützung abgeführt. „Wir haben rund 40 Krankenpflegevereine (protestantische Kirche) und Elisabethenvereine (katholische Kirche) im Bereich der Sozialstation Annweiler/Bad Bergzabern“, informierte der Vorsitzende der Sozialstation, Johannes Berthold. Die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen betrügen mehr als 80.000 Euro, davon würde ungefähr die Hälfte in Form von Rabatten für Pflegeleistungen wieder an die Mitglieder zurückgeführt. Der siebenköpfige Vorstand ist aus vielen Gründen nicht mehr bereit, den Ortsverein zu führen. Den Wegzug eines Vorstandsmitglieds, die Krankheit eines weiteren und die hohe Altersstruktur nannte die erste Vorsitzende Rita Hunsicker als Gründe. Auch von den anwesenden Mitgliedern war niemand bereit, ein Amt zu übernehmen. Da die bestehende Vereinsspitze keinen Rücktritt erklärte, bleibt sie kommissarisch im Amt. Beschlossen wurde einstimmig, informelle Gespräche mit dem Krankenpflegeverein Vorderweidenthal zu führen mit dem Ziel, einen Kooperationsvertrag auszuhandeln. Das Ergebnis der Gespräche soll den Mitgliedern in rund einem Jahr vorgestellt werden. Wahrscheinliches Ergebnis wird eine Fusion mit Vorderweidenthal sein. „Eine fast 100-prozentige Anwesenheit von Vereinsmitgliedern ist eine Leistung“, lobte Berthold, der über den Stand beim vor Kurzem von der Sozialstation erworbenen Kreisaltenheim in Bad Bergzabern informierte. Der Sitz der Sozialstation in Klingenmünster platze mit nur fünf Zimmern aus allen Nähten, teils teilten sich drei Mitarbeiter einen Schreibtisch, so Berthold zur Motivation der Sozialstation, das Altenheim für 600.000 Euro zu kaufen. Im alten Teil des Gebäudes mit 500 Quadratmetern Nutzfläche soll die Sozialstation untergebracht werden. Im Neubau würden Mieter aufgenommen. Im Gespräch ist die Diakonie. Der Park mit rund 5000 Quadratmetern soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, informierte Berthold. (pfn)