Kreis Südliche Weinstraße Kaum Freiräume

„Wir können nur kleine Sprünge, fast gar keine machen“, kündigte Rambergs Ortsbürgermeister Jürgen Munz (RBL) am Mittwochabend während einer Einwohnerversammlung zur Dorfentwicklung an. „Von 100 Euro an Steuereinnahmen dürfen wir noch etwa 15 Euro für unser Dorf behalten.“
Die kommunale Selbstverwaltung werde mit Füßen getreten, ergänzte Munz. Allein den Bestand zu erhalten, werde schwierig sein. Das funktioniere bisher nur, weil viele Bürger sich ehrenamtlich einsetzten. Die Rahmenbedingungen, um den von ihm im Einklang mit der Bauverwaltung aufgestellten Dorfentwicklungsplan umsetzen zu können, müssten sich daher grundlegend ändern. Denn im nächsten Jahr müsse mit einem erneuten Rückgang der Einnahmen gerechnet werden. In der nahezu voll besetzten Ramburghalle stellte Munz die dritte Fortschreibung des Dorfentwicklungsplans vor. Ramberg verfüge über eine relativ gute dörfliche Infrastruktur. Es gebe eine Kita, eine Grundschule, eine Bäckerei mit Lebensmittelangebot, günstige Immobilienpreise und eine Busverbindung zu den Einkaufsmöglichkeiten in Albersweiler, Annweiler und Landau. Seit 1994 wachse die Einwohnerzahl stetig. Die Bausubstanz im Ortskern gebe allerdings zu denken, denn sie befinde sich in einem schlechten Zustand, bemerkte Munz. Die enge Bebauung erlaube nur wenige Freiräume und beeinträchtige die Wohnqualität. Sie könne nur an den Talrändern als gut beurteilt werden. Aber die steilen Hänge ließen keine weitere Bebauung zu, und Baulücken gebe es kaum noch. Nach Bauplätzen werde von Hinzugezogenen daher nur wenig gefragt. Sie interessierten sich hauptsächlich für bestehende Häuser. Munz sicherte zu, ein eigenes Konzept für Neubauflächen zu erarbeiten. Für unumgänglich hält er, schlechte Bausubstanz vor allem an der engen Ortsdurchfahrt abzureißen, um Raum für modernes Wohnen zu schaffen. Insbesondere die Sanierung des Albertusheims stehe an. Darin könnten Wohnungen entstehen oder soziale Einrichtungen, Büros, Arztpraxen und Geschäfte. Die alte, sehenswerte Fassade lasse sich erhalten. Ein Abriss und völliger Neubau sei aber auch möglich. So könnten Gehwege angelegt werden, die in der vielbefahrenen Hauptstraße häufig fehlen. Beim Kindergarten soll an der Hermersbachstraße weiterer Parkraum geschaffen werden, auch ein Parkplatz für den Kita-Bus. Munz gab zu, Parken sei im ganzen Dorf zum Problem geworden. Oft werde verkehrswidrig geparkt. Parkbuchten könnten nicht weiterhelfen. „Das einzige, was hilft, ist eine bessere Kontrolle.“ Die touristische Entwicklung des Dorfs hätten bisher zum größten Teil die Ortsgemeinde und die Vereine geschultert, stellte Munz fest. Er forderte ein stärkeres Engagement aller Betriebe, die vom Tourismus profitierten. Auch die überörtliche Vermarktung über das Büro für Tourismus müsse besser werden. Eine optisch schöne Sache sei die der Erholung dienende „Teichwelt“ im Dorfzentrum, so Munz. Sie werde vor allem von Kindern gerne angenommen. Allerdings verursache die Anlage enorme Kosten, im laufenden Jahr allein 12.000 Euro. Das lasse sich kaum noch stemmen. Er werde das Problem zum Thema einer Einwohnerversammlung machen. Revierleiter Jörg Sigmund äußerte sich über den Zustand der Privatwälder um Ramberg. Ein großer Teil werde von den Besitzern vernachlässigt. Er appellierte, sich an die Grundpflichten zu halten. |ppo