Kreis Südliche Weinstraße Kaum ein Durchkommen
Schon um 9.30 Uhr sind die rund 600 Parkplätze des Rohrbacher Fachmarktzentrums, das eine halbe Stunde zuvor erstmals seine Türe geöffnet hat, voll belegt. Neben Autos mit SÜW-, GER- und LD-Kennzeichen finden sich auch Fahrzeuge aus Pirmasens, Saarbrücken, Karlsruhe, Ludwigshafen, Mannheim und sogar aus Rastatt und Frankfurt. Warum ist der Ansturm so enorm? Erste Anlaufstation ist die DM-Filiale. Leiterin Janka Schau berichtet, dass der Markt bereits um 8 Uhr geöffnet worden sei. Zwar tummeln sich recht viele Besucher um 9.15 Uhr darin, doch bei Aldi nebenan gibt es kaum noch ein Durchkommen. „Die haben ein paar spezielle Eröffnungsangebote, deshalb strömen alle dorthin“, sagt Schau. Doch auch bei ihr erhält jeder Kunde kleine Geschenke. In den geräumigen Gängen des Drogeriemarktes ist Daniela Weigel aus Steinweiler unterwegs. Sie lobt das großzügige Raumangebot bei DM, aber auch das bei Aldi, wo sie zuvor schon ein Ostergeschenk für ihren siebenjährigen Sohn erstanden habe, sagt sie. Sandra Manier hat einen besonderen Bezug zu den Örtlichkeiten. „Ich war in der Metzgerei bei Real tätig, und mein Vater ist nun hier Hausmeister“, erzählt die junge Rohrbacherin. Sie war schon während der Bauphase aus purer Neugierde immer mal wieder vor Ort. Im Kinderwagen sitzt Söhnchen Vincent. Auch für den vier Monate alten Sprössling hat das Fachmarktzentrum Vorteile: Sie könne ihn viel leichter aus dem Kindersitz im Auto herausheben und wieder hineinsetzen als auf Parkplätzen vergleichbarer Märkte, sagt Manier. „Hier sind die Plätze in der Breite wirklich sehr großzügig bemessen. Da kann man auch mal die Autotüren öffnen, ohne gleich an ein anderes Fahrzeug anzustoßen“, betont sie. Bei Aldi wagen wir nur einen kurzen Blick hinein. Bis zum hinteren Ende des Marktes reicht die Schlange an den Kassen. Aktuelle Wartezeit gegen 10 Uhr: mehr als 30 Minuten. Romy Gaab hält das an einem Eröffnungstag aber für völlig normal. „Wir hatten in der Schlange eine tolle Stimmung“, sagt die Rohrbacherin und lacht. Sie war selbst fast 30 Jahre bei Real und seinen Vorgängerunternehmen tätig. Neben ihr steht Heinz Wüst aus Impflingen, ein gebürtiger Rohrbacher. Er fragt sich: „Ist das heute nur eine Momentaufnahme, oder wird das wirklich etwas Dauerhaftes?“ Anke Kühne kommt gerade aus dem Wasgau-Markt. Im Kinderwagen sitzt ihr acht Monate alter Sohn Erik. Bislang sei sie zum Einkaufen eher nach Kandel gefahren. Heute hat die Steinweilerin den Weg nach Rohrbach zu Fuß angetreten. „Hier finde ich alles, was ich brauche. Deshalb werde ich meine Einkäufe nun überwiegend mit dem Fahrrad tätigen und den Anhänger zu nutzen wissen“, sagt die Biologin. Im riesig anmutenden Modepark-Röther-Gebäude verteilt sich die große Menschenmasse, bündelt sich dann aber wieder an den Kassen, wo sich die Wartezeit allerdings in Grenzen hält. Dort stoßen wir auf Sabine Hofstetter aus Wiesbaden. Sie ist dienstlich vor Ort. Sie arbeite für ein Modeunternehmen, das mit Röther kooperiere, sagt sie. Der Absatz dürfte sie bisher zufriedengestellt haben. Extra aus Flemlingen angereist ist Andreas Deny – erst mit dem Bus nach Landau, dann weiter mit dem Zug nach Rohrbach. „Jetzt habe ich zwei Hosen im Modepark Röther anprobiert, die mir direkt gepasst haben. Besser hätte es nicht laufen können“, sagte er. Eva-Maria Will hat es aus Burrweiler nach Rohrbach verschlagen: „Es hat mich interessiert, was die Landauer Stadtverantwortlichen so auf die Barrikaden gebracht hat, dass sie wegen dieses neuen Marktes sogar vor Gericht gezogen sind.“ Das hat dann allerdings eine klare Entscheidung gefällt.