Herxheim
In Herxheim gesichtet: Google-Streetview-Auto zieht seine Kreise
Ein aufmerksamer RHEINPFALZ-Leser war mit dem Fahrrad unterwegs und hat das auffällige Kamera-Auto des Internet-Giganten in der Herxheimer Richard-Flick-Straße am Altenzentrum St. Josef entdeckt. Die Straße ist am Ende mit Pollern gesperrt, weshalb das Auto rangieren musste und der Leser ein Foto machen konnte. Streetview erweitert den Kartendienst Google Maps und das Programm Google Earth. Eine Erlaubnis brauche der Internet-Riese in der Regel für seine Streetview-Aktivitäten nicht, teilt Ordnungsamtsleiter Klaus Knoll mit. Dies sei aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht nicht nötig. Sollte es doch dem einen oder anderen Bürger missfallen, dass die aufgezeichneten Bilddaten von Google verwendet werden, gibt es die Möglichkeit zu widersprechen.
Zuständig für den US-Techriesen ist bei Einwänden in Deutschland der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, teilt die rheinland-pfälzische Landesstelle auf Anfrage mit. Weitere Informationen zum Thema Widerspruch gibt es unter www.datenschutz-hamburg.de im Internet. Das Unternehmen selbst verweist laut Verbraucherzentrale auch auf den Datenschutzkodex für Geodatendienste. Dort werden Widerspruchsmöglichkeiten beschrieben.
Kein Aufschrei bei Look Around
Zur Erinnerung: Bei der Veröffentlichung von Google Street View hatte es vor zwölf Jahren große Datenschutzbedenken gegeben, dass die virtuelle Erfassung zu viel Daten einsammelt – beispielsweise auch Daten von WLan-Netzen. Viele Bürger hatten in großen Städten Widerspruch gegen die Aufnahmen eingelegt. Sie wollten ihre Häuser nicht im Internet sehen. Die Folge war, dass Straßenzüge teils verpixelt wurden. Unlängst hat auch Apple seine 3D-Karten-Funktion Look Around freigeschaltet, der ebenfalls anhand von Straßenaufnahmen einen virtuellen Blick in nahezu jede Ecke Deutschlands liefert. Das US-Unternehmen hatte seit 2019 seine Fahrzeuge, die mit speziell auf deutsche Straßen geschickt, um hierfür Material zu liefern. Dabei sollen nach Angaben der Verbraucherzentrale Gesichter von Menschen und Kennzeichen von Autos automatisch unkenntlich gemacht werden. Wer mit den Apple-Aufnahmen nicht einverstanden ist, könne bei dem Unternehmen direkt widersprechen. Ein großer Aufschrei wegen Datenschutz – wie im Jahr 2010 bei Google – ist beim Start des Apple-Dienstes bis dato aber ausgeblieben.