Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel In der Kurstadt soll eine neue Kita gebaut werden

Der erst kürzlich eingeweihte Neubau auf dem Gelände der protestantischen Kita Arche Noah dient der Stadt als Vorbild für die ne
Der erst kürzlich eingeweihte Neubau auf dem Gelände der protestantischen Kita Arche Noah dient der Stadt als Vorbild für die neue Kindertagesstätte, die bis spätestens 2026 fertig sein soll.

Aktuell fehlen in Bad Bergzabern 83 Kitaplätze. Tendenz steigend. Deshalb soll ein neuer Kindergarten gebaut werden. Die Zeit drängt. Aber noch sind viele Fragen offen.

Die Kurstadt wächst. Auch für junge Familien mit Kindern ist Bad Bergzabern attraktiv. Schon seit Jahren aber fehlen in den Kindergärten der Stadt Plätze. Bereits 2017 hat der Stadtrat in Abstimmung mit den Nachbargemeinden und dem Kreisjugendamt beschlossen, den Kindergartenbezirk auf die Nachbargemeinden Kapellen-Drusweiler und Dörrenbach auszuweiten. Das heißt, dass Bergzaberner Kinder auch dort betreut werden können. Langfristig habe man aber das Ziel, innerhalb der Stadtgrenzen ausreichend Plätze für den Nachwuchs anbieten zu können, hieß es damals. Die Übergangslösung wurde gerade erst um zwei weitere Jahre verlängert. Der Ruf nach dem Bau einer neuen Kita innerhalb Stadtgrenzen wurde zuletzt immer lauter. Am Donnerstag hat der Stadtrat nun einstimmig einen Grundsatzbeschluss für den Bau einer weiteren Kita gefasst.

Vier Kindertagesstätten gibt es innerhalb der Stadtgrenzen. Erst kürzlich wurde ein Neubau auf dem Gelände der protestantischen Kita Arche Noah eingeweiht. 2019 hatten die Bauarbeiten begonnen, gleichzeitig war der Altbau saniert worden. Rund 40 weitere Plätze sind so entstanden. „Es gibt aber in unseren Kitas jetzt keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr“, stellte Stadtbürgermeister Hermann Augspurger (FWG). „Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bleibt uns gar nichts anderes übrig, als einen neuen Kindergarten zu bauen.“

Stadt braucht insgesamt 403 Kitaplätze

„In der Stadt fehlen insgesamt 83 Kindergartenplätze“, sagte die für die Kitas zuständige erste Stadtbeigeordnete Gerda Schäfer (SPD). Davon entfallen 66 Plätze auf Kinder ab zwei Jahren, die einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz haben. Für Kinder, die noch Jünger sind und noch keinen Rechtsanspruch haben, fehlen 17 Plätze. Schäfer verwies auf das Kita-Zukunftsgesetz. Es sei damit zu rechen, dass bald auch für Kinder unter zwei Jahren ein Rechtsanspruch bestehe. „Wir müssen 403 Kindergartenplätze vorhalten“, sagte Schäfer.

Von rund drei Millionen Euro Baukosten geht Stadtchef Augspurger aus. Das sei allerdings nur eine grobe Schätzung, die sich an dem Arche-Noah-Neubau orientiert. Der hat rund 2,8 Millionen Euro verschlungen. Mit der Zustimmung des Rates will man nun in die konkrete Planung gehen. Im kürzlich genehmigten Haushalt 2021 sind Planungskosten in Höhe von 40.000 Euro eingestellt.

Standort-Frage noch ungeklärt

Auch will die Stadtspitze nun zügig in Gespräche mit den Zuschussgebern treten. Gefördert werden Kita-Neubauten vom Kreis und vom Land. Die Kosten für die leere Stadtkasse sollen möglichst gering gehalten werden. Mit Blick auf die Vorgaben aus dem Kita-Zukunftsgesetz kritisierte Sven Böttinger (FWG), dass „anderswo Dinge beschlossen werden, die wir dann umsetzen müssen. Und uns fehlt das Geld.“

Ob sich die Stadtspitze schon Gedanken über einen möglichen Standort für die neue Kita gemacht habe, wollte Achim Weiland (CDU) wissen. In Frage käme das städtische Gelände im Bereich Karl-Popp-Straße/Wallonenstraße, antwortete Schäfer. Dort habe man doch schon vor Jahren überlegt, ein Mehrfamilienhaus zu bauen. „Das ist doch daran gescheitert, dass es keinen Platz für Autos gibt. Ich frage mich, wie man in dieser engen Straße das sicherlich hohe Verkehrsaufkommen beim Bringen oder Abholen der Kinder regeln will“, sagte Weiland. Als Alternative biete sich ein Grundstück im Gewerbegebiet im Wernersgrund an. „Das ist allerdings schon ziemlich weit weg von der Innenstadt“, so Schäfer. Man werde auf die Suche gehen. „Aber allzu viele Grundstücke im Besitz der Stadt, auf denen eine Kita denkbar ist, gibt es nicht“, betonte Schäfer.

Noch sind sehr viele Fragen ungeklärt. Klar ist laut Augspurger, dass die Zeit drängt. Spätestens bis 2026 soll die Kita den Betrieb aufnehmen. Und noch etwas anderes steht für den Stadtbürgermeister fest: „Ich will auf gar keinen Fall eine kommunale Kita.“ Augspurger wird sich parallel zur Planung des Neubaus auf die Suche nach einem Träger begeben.

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