Landau / SÜW
Impfzentrum: Wegen Impfstoffmangels weit weg von Vollauslastung
Die Ernüchterung ist Bastian Dietrich trotz der Maske anzusehen. Der Koordinator für den Landkreis Südliche Weinstraße im Landauer Impfzentrum sagt ganz deutlich: „Wir wären schnell in der Lage, voll hochzufahren. Aber es fehlt einfach an Impfstoff. Deshalb wird derzeit auch nicht an Wochenenden geimpft.“ Achselzucken. Seufzer. Die Corona-Welt bleibt hart. Sie versuchten aber, sagt Dietrich dann, das Personal so einzusetzen, dass es ausgelastet sei.
Aber nicht nur der fehlende Impfstoff bereitet den Organisatoren im Impfzentrum Probleme. Stefan Krauch, Dietrichs Pendant auf Landauer Seite, berichtete bei einem Besuch des neuen Mainzer Digitalministers Alexander Schweitzer (Bad Bergzabern) und des rheinland-pfälzischen Impfkoordinators Daniel Stich (Kaiserslautern) am Freitag, seitdem Haus- und Betriebsärzte impften, tauchten immer häufiger angemeldete Bürger nicht im Impfzentrum zu ihren Terminen auf. „Vorgestern waren es etwa 80 Termine, die nicht wahrgenommen wurden. Storniert wurden die Termine allerdings nicht. Das ist zum einen für uns ein Problem, weil wir trotzdem Kräfte vorhalten müssen. Zum anderen bekommt ein anderer nicht die Chance auf einen früheren Termin, wenn dieser nicht rechtzeitig storniert wird“, betonte Krauch. Ein weiteres Phänomen sei, dass die Menschen zweigleisig führen. Heißt: Sie machen Termine beim Arzt wie auch beim Impfzentrum. Und sie gehen dorthin, wo sie schneller eine Zusage für den erhofften Piks bekommen.
Wie geht es weiter mit den Impfzentren?
Schweitzer und Stich sprachen bei ihrem Besuch auch die Frage an, wie es mit den 32 Impfzentren in Rheinland-Pfalz perspektivisch weitergehen soll. Der Südpfälzer erinnerte daran, dass das Landauer Zentrum jenes gewesen sei, das als letztes eingerichtet wurde, weil sich die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die Stadt Landau zunächst dafür entschieden hatten, für die Südpfalz lediglich das Impfzentrum in Wörth aufzubauen. Das hatte zu Bürgerprotesten geführt, unter anderem wegen der weiten Strecken für Menschen aus dem Landkreis Südliche Weinstraße. „Das war von Anfang an ein Fehler“, sagte Schweitzer, und es wäre auch ein Fehler, die Impfzentren, besonders jene Einrichtung in Landau, zu früh wieder abzubauen. Stich sagte, Land und Bund, die sich die Kosten teilen, müssten im Sommer einig werden, wie es weitergehen soll. Krauch betonte, die Organisatoren bräuchten Planungssicherheit über den Jahreswechsel hinaus.
Aber nicht nur das Landauer Impfzentrum ist von einer vollen Auslastung weit entfernt. Auch das Impfzentrum in Wörth bleibt weiterhin, wie berichtet, weit unter seinen Kapazitäten, weil Impfstoff fehlt. Kommende Woche werden wohl 3300 Menschen geimpft, wie die Kreisverwaltung der RHEINPFALZ auf Anfrage mitteilte. Mögliche Öffnungszeiten wären derzeit Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 22 Uhr. Sind die vom Land zugeteilten Impfdosen verabreicht, wird auch früher geschlossen. Aktuell ist von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Am Wochenende wird wie in Landau derzeit nicht geimpft, so die Kreisverwaltung. Das Impfzentrum halte alle Impfstraßen bereit und sei auch personell entsprechend den Landesvorgaben aufgestellt. Sollte es beispielsweise kurzfristig zu mehr Impfungen kommen oder Sonderkontingente an Impfstoff geben, die schnell verimpft werden müssen, sei das Impfzentrum vorbereitet.