Kreis Südliche Weinstraße „Ich bin konkreter und forscher“

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Edenkoben. Ihr energetisch saniertes Haus in Edenkoben ist in Lindgrün getüncht. Aber das habe nichts mit der Parteizugehörigkeit zu tun, sagt Andrea Klein schmunzelnd. Die 56-Jährige tritt für die Grünen im Landtagswahlkampf um den Wahlkreis 50 an. Die Themen Bauen und Energiewende sind die Steckenpferde der Architektin und Energieberaterin.

Die Kommunalpolitik ist Andrea Klein vertraut: Seit 1999 sitzt sie für die Grüne Bürgerliste im Stadtrat, seit 2004 vertritt sie die Grünen im Kreistag. Wer hätte gedacht, dass sich das aus dem Besuch einer Krabbelgruppe entwickeln würde. „Da waren lauter Grüne dabei und so bin auch ich dazu gekommen.“ Klima und Frieden seien am Anfang ihre großen Themen gewesen, berichtete die gebürtige Darmstädterin, die schon zu Studienzeiten in der Friedensbewegung engagiert war. Die Schwerpunkte Verkehr und Innenstadtentwicklung seien schnell hinzugekommen. Nach ihrer Schulzeit in Limburgerhof und ihrem Architektur-Studium in Wiesbaden hat es sie des Berufes wegen in die Südpfalz verschlagen. Nun haben sich zu den Kreis- und Stadtratsordnern in ihrem Büro auch noch Landtagswahl-Unterlagen gesellt. Zu verschiedenen Podiumsdiskussionen sei sie eingeladen, plant Infostände und wird dafür auch mit den Landauer Grünen zusammenarbeiten. Warum ihr Konterfeit von den Wahlplakaten blicken wird? „Wir brauchten jemanden, der bekannt ist, und es gab keinen anderen Kandidaten, der wollte.“ Zumal es ihr schon bei der letzten Wahl in den Fingern gekitzelt habe: „Jetzt habe ich mir gedacht, ich mache es einfach.“ Auch wenn ihr klar ist, dass sie es nicht nach Mainz schaffen wird, erhofft sie sich zehn bis 15 Prozent der Erststimmen. Von den anderen Kandidaten hebe sie ab, dass sie bei den Themen Energiewende, Bauen und Verkehr konkreter und forscher sei, findet sie. Die Politik der anderen Parteien sei oftmals zu verwaschen und gehe nicht weit genug, so Klein. „Der Klimawandel ist dramatisch und schon vor der Haustür angekommen“, sagt sie. Die hiesige Wohlstandsgesellschaft lebe auf Kosten der Natur und der Dritten Länder. Da müsse sich jeder Verbraucher selbst an die Nase fassen, sagt Klein, die mit ihrem Mann lieber Radtour-Reisen in Deutschland macht, als Flugreisen mit hohem CO2-Austoß zu buchen. Neubaugebiete hinterfragt sie kritisch, lieber sollte auf die innerstädtische Entwicklung gesetzt werden. Sie bedauert, dass es mit dem Windpark im Pfälzerwald nicht geklappt hat: „Wir können das Thema regenerative Energie nicht auf das Ästhetische herunterbrechen“, hält sie denen entgegen, die in den Rotoren nur eine Verschandelung des Landschaft sehen. Gegen den vierspurigen Ausbau der B 10 ist sie, aber für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und damit auch der Queichtalstrecke – aber nur, wenn etwas für den Lärmschutz der Anlieger getan werde. Denn: „Wir müssen die Bürger mitnehmen.“ Bessere Studienbedingungen an der Landauer Uni liegen ihr am Herzen. Und natürlich treibt sie die Flüchtlingssituation um – auch wenn sie selbst nicht in der Flüchtlingshilfe engagiert ist. „Unsere Gesellschaft wird bunter, aber das heißt nicht, dass sie schlechter wird. Ich finde, das ist eine Chance für unser Land.“ (höj)

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