Essingen
Hornbach will Logistik-Zentrum erweitern
Hornbach möchte sein Logistikzentrum erweitern. Das Unternehmen mit Stammsitz in Bornheim plant einen Neubau im Ortsteil Dreihof, auf einem rund 60.000 Quadratmeter großen Grundstück „An der Windblase“. Der Gemeinderat Essingen hat für die Pläne und die beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan in der vergangenen Woche grünes Licht gegeben, allerdings will er, dass das Unternehmen einige Umweltanforderungen umsetzt.
In Essingen fiel am 3. Mai 1999 der Startschuss für eine komplett eigenständige Hornbach-Logistik. Nach dem Prinzip des Cross Docking werden die Waren der Hersteller an das Logistikzentrum angeliefert, umgeschlagen und an rund 50 Hornbach-Bau- und Gartenmärkte in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz ausgeliefert. Cross Docking (Kreuzverkupplung) bezeichnet eine Warenumschlagsart, bei der Waren vom Lieferanten vorkommissioniert geliefert werden. Dadurch braucht man kein Bestandslager mehr. Bislang bearbeitet Hornbach schwere und sperrige Waren, die nicht auf der üblichen Euro-Palette Platz finden, in einem externen Logistik-Standort in Lorsch bei Darmstadt. Da dort die Voraussetzungen für einen dauerhaften Betrieb über 2021 hinaus fehlten, prüfe das Unternehmen aktuell neue Optionen, teilt Unternehmenssprecher Florian Preuß mit.
60 neue Arbeitsplätze könnten entstehen
Das Unternehmen rechnet mit einer Investition im unteren zweistelligen Millionenbereich. Das für den Bau vorgesehene Grundstück zwischen Logistikzentrum und Reitsportanlage gehört bereits der Hornbach Baumarkt AG. Auf gut 24.000 Quadratmetern sollen die neuen Hallen errichtet werden, die sich in der Höhe am benachbarten Bestandsgebäude orientieren. Hornbach betreibt 160 Bau- und Gartenmärkte in neun Ländern Europas und nutzt dafür sieben Logistik-Standorte. In Essingen sind 123 Mitarbeiter in der Logistik tätig, bis zu 60 weitere Arbeitsplätze würden durch die Erweiterung entstehen.
Das würde die Ortsgemeinde natürlich freuen, dennoch will sie die Nachhaltigkeit bei dem Thema nicht vergessen wissen. „Allen Ratsmitgliedern war und ist bewusst, dass die Umweltforderungen, wie wir sie noch gerne erfüllt sähen, kein zwingender Bestandteil einer Zu- oder Absage zu dem Bauobjekt sein konnten. Diese sollten aber schon aus der ökologischen Verantwortung eines solchen Unternehmens heraus selbstverständlich sein. Uns war es wichtig, deutlich zu machen, dass die Ortsgemeinde hierauf großen Wert legt“, sagt Ortsbürgermeisterin Susanne Volz (FWG).
Volz: Waren sollen über Schienen kommen
So fordert Kuno Volz (FWG) einen Gleisanschluss. Denn aus ökologischer Sicht sollte die Anlieferung an ein Zentrallager möglichst umweltfreundlich und nicht nur über die Straße erfolgen, meinte er. Zudem sehe der Bebauungsplan ohnehin einen Gleisanschluss vor. Die Grüne Bürgerliste pocht auf ein Umweltkonzept samt Lichtkonzept. Dies sei wichtig, da das Gebäude in direkter Nähe zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet entstehen wird. An den Neubau sollten möglichst Nistkästen für Falken angebracht und eine Fotovoltaikanlage eingebaut sowie daneben eine Baumallee angelegt werden. Die Verkehrskapazität des dortigen Kreisels sollte geprüft werden. Die Grünen finden, dass die Unterhaltung des Kreisels und der Zufahrtsstraße dann nicht mehr der Ortsgemeinde aufgelastet werden sollte. Der Großteil der SPD-Fraktion steht hinter diesen Forderungen.
Mit Blick auf die ökologischen Fragestellungen erklärte Preuß: „Hornbach beabsichtigt, das Gebäude mit einer modernen Leittechnik auszustatten, die auch in vielen Hornbach-Märkten zum Einsatz kommt und den Energiebedarf deutlich senkt. Lichtbänder in der Hallendecke nutzen beispielsweise den natürlichen Lichteinfall optimal aus.“ Die Debatte im Gemeinderat um weitere ökologische Schritte habe das Unternehmen aufmerksam verfolgt. Die Vorschläge und Ideen würden gerade von Sachverständigen und Fachkollegen geprüft. Danach werde sich das Unternehmen erneut mit der Gemeinde austauschen, sagte Preuß.