Kreis Südliche Weinstraße Hilfe bei Sucht für Kranke und Kinder

Bis zu 18 Patienten können gemeinsam mit ihren Kindern in der „Villa Maria“ behandelt werden.
Bis zu 18 Patienten können gemeinsam mit ihren Kindern in der »Villa Maria« behandelt werden.

Wenn der Alkoholkonsum überhand nimmt, wenn regelmäßig und ohne ärztlichen Befund Medikamente eingenommen werden oder wenn Glücksspiel den Alltag prägt, dann sprechen Experten von Sucht. Die Betroffenen, vor allem aber auch deren Kinder, benötigen Hilfe. Darauf hat sich die Fachklinik „Villa Maria“ in Billigheim-Ingenheim spezialisiert. Sie feiert am Samstag ihr 25-jähriges Bestehen.

Mit der Fachklinik „Villa Maria“ in Billigheim-Ingenheim, einem ehemaligen Landhaus, hält der Therapieverbund Ludwigsmühle seit einem Vierteljahrhundert ein sucht- und familientherapeutisches Angebot vor. Bis zu 18 suchtkranke alleinerziehende Frauen oder Eltern können gemeinsam mit ihren bis zu 14 Jahren alten Kindern stationär behandelt werden. Die Besonderheit: Der „Villa Maria“ ist ein heilpädagogisches Kinderhaus angegliedert. Die Kinder werden dort betreut, gefördert und bei Bedarf behandelt. Schulpflichtige Kinder besuchen die Klingbachschule. Bernhard Pollich, Geschäftsführer und Chefarzt des Therapieverbunds, Reinhold Zeit, Abteilungsleiter Fachklinik sowie die Sozialpädagogin Dorothea Kugler-Weber als stellvertretende Leiterin des Kinderhauses „Villa Maria“ ziehen im Gespräch mit der RHEINPFALZ eine positive Bilanz über die 25 Jahre in Billigheim-Ingenheim. Das Haus sei voll belegt, es gebe sogar Wartezeiten, sagte Pollich und führt die gute Auslastung auf die Qualitätssicherung der Klinik zurück. Die „Villa Maria“ sei mittlerweile Vorbild für andere Einrichtungen im Bundesgebiet. Aus suchtpräventiver Sicht sowie aus Sicht der Jugendhilfe sei es wichtig, sagt Pollich, drogenabhängige Eltern und ihre Kinder möglichst frühzeitig zu therapieren. Die Behandlungsdauer betrage meist sechs bis zehn Monate. Pollich legt Wert auf die Feststellung, dass der Arbeit in der „Villa Maria“ ein „ganzheitliches Menschenbild“ zugrunde liege. „Der einzelne Mensch wird angenommen und respektiert im Kontext seiner Lebensgeschichte und seiner aktuellen Lebenssituation“. Die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit sei die Kernaufgabe der Rehabilitation. „Unsere Vision lautet: Wir wollen erreichen, dass Erwachsene und Kinder gesund und frei von Drogen am Leben in der Gesellschaft teilhaben können.“ Info Das 25-jährige Bestehen wird am Samstag, 10 Uhr, mit einem Festakt und am Nachmittag mit einem Tag der Begegnung gefeiert.

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