Kreis Südliche Weinstraße Glück im Unglück

Erst musste der Tanklaster aufgerichtet werden, um den Treibstoff abzupumpen.
Erst musste der Tanklaster aufgerichtet werden, um den Treibstoff abzupumpen.

„Das ist noch mal glimpflich ausgegangen“, sagte Landrat Dietmar Seefeldt, nachdem am gestrigen Morgen der in der Nacht zuvor verunglückte Tanklastzug ohne weiteren Schaden aufgerichtet werden konnte. Der mit 35.000 Litern Benzin und Diesel beladene Schwerlaster der Landauer Firma Frühmesser war kurz nach 23 Uhr mit dem linken Vorderrad auf eine Verkehrsinsel geraten. Der nicht firmeneigene Fahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, dieses kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrfach und blieb in einem Weinberg liegen. So rekonstruierte die Polizei das Geschehen auf der L 509 an der Ortseinfahrt von Ilbesheim gestern. Der 30-jährige Fahrer sei leicht verletzt worden, berichtet die Polizei. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Bergungsarbeiten dauerten bis gestern um 11.45 Uhr. Zuerst musste das Fahrzeug aufgerichtet werden, dann konnte die Ladung in ein anderes Fahrzeug umgepumpt und der Laster schließlich abgeschleppt werden. Vom Tankinhalt selbst sei nichts ausgetreten, es sei aber eine geringe Menge Diesel aus dem Tank der Zugmaschine ausgelaufen, berichtet die Polizei. „Ich bin außerordentlich erleichtert, dass es im Rahmen der komplizierten Bergung zu keinen weiteren, größeren Umweltschäden gekommen ist“, sagte Landrat Seefeldt, nachdem er noch in der Nacht an den Unfallort gekommen war. Dass kein Treibstoff ausgelaufen sei, sei „Glück im Unglück“ gewesen. Die Bewohner des Hauses gegenüber der Unfallstelle hätten die Nacht vorsichtshalber bei Bekannten verbracht, berichtet Kreissprecherin Anna-Carina Hagenkötter. Häuser seien aber nicht evakuiert worden, da kein Treibstoff ausgetreten sei. Den Sachschaden schätzt die Polizei allein am Tanklastzug auf über 200.000 Euro. Aber wieso war hier nachts überhaupt ein Laster auf der Straße? Bekanntlich gilt auf der B 10 ein Nachtfahrverbot für Lkw. Der Tanklaster sei von Landau in Richtung Ilbesheim unterwegs gewesen, also entgegen der B-10-Umleitungsstrecke, berichtet Polizeisprecher Rolf Göttel. Die Bundesstraße habe er wohl gar nicht befahren. Welche Strecke er genau genommen habe, das werde die Auswertung der Frachtpapiere im Zuge der Ermittlungen zeigen. Rund 80 Einsatzkräfte waren bei der schwierigen Bergung im Einsatz. Eine Belastungsprobe für die Rettungskräfte der Region, die erst am Tag zuvor viele schweißtreibende Stunden bei dem schweren Lkw-Unfall auf der A 65 verbracht hatten.

Danach konnte der Laster abgeschleppt werden.
Danach konnte der Laster abgeschleppt werden.
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