Herxheim
Gesundheitszentrum mit Sonderstatus: Therapien für mehr Kraft im Alltag
Das Gesundheitszentrum Herxheim, das im Dezember 2023 eröffnet wurde, gilt als Vorzeigeprojekt in der medizinischen Versorgung älterer Menschen. Die Einrichtung umfasst rund 5000 Quadratmeter, davon sind 2500 Quadratmeter für den Reha-Bereich vorgesehen. Täglich trainieren, üben und regenerieren hier 20 bis 30 Patientinnen und Patienten – nahezu alle sind älter als 70 Jahre.
Mitte des vergangenen Jahres erhielt das Zentrum eine besondere Anerkennung: die Sonderzulassung der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK). Diese Zulassung ist streng reguliert und an Fachpersonal gebunden, ähnlich einer geriatrischen Zulassung – nur ein fest angestellter Geriater fehlt, weshalb es keine vollwertige geriatrische Abteilung ist. Dennoch bietet das Herxheimer Zentrum nahezu denselben Leistungsumfang.
„Die Anforderungen sind hoch, und nicht viele Einrichtungen können diese Zulassung erreichen. In der Südpfalz ist Herxheim die einzige Einrichtung im ambulanten Bereich mit diesem Status“, erklärt Johannes Eisinger, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums. Er sieht darin einen großen Schritt für die regionale Gesundheitsversorgung: „Wir bieten älteren Menschen eine wohnortnahe Möglichkeit, wieder zu Kräften zu kommen.“
Reha, die den Alltag stärkt
Das Patientenprofil ist breit gefächert: Viele Betroffene leiden unter Arthrose, Schulterproblemen, Brüchen oder haben neue Knie- oder Hüftgelenke, die sich einspielen müssen. Manche haben Unfälle hinter sich, andere chronische Leiden. Beispielhaft ist Brigitta Martin (78) aus Landau, die nach einer Schulteroperation wegen Arthrose ihre Beweglichkeit zurückerlangen möchte. „Hier kann ich gut trainieren, weil alles barrierefrei ist – das hilft mir sehr“, sagt sie. Ebenso nutzt Hannelore Herchenröther aus Knörringen die Angebote. Sie erlitt einen schweren Knie-Trümmerbruch und kämpft nun Schritt für Schritt um ihre alte Mobilität zurück.
Das Zentrum verfolgt das Prinzip Barrierefreiheit konsequent: breite Flure, Aufzüge, ebenerdige Trainingsräume und Hilfen für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer. „Wir wollten von Anfang an, dass jeder Mensch, unabhängig von Einschränkungen, unser Angebot nutzen kann“, betont Eisinger. Das Angebot reicht von klassischer Krankengymnastik über Trainingstherapie und Ergotherapie bis hin zu innovativen Geräten. Besonders gefragt sind der Lymphomat, der das Lymphsystem stimuliert, sowie die Hydrojets, die mit Wasserdruckmassagen für Entspannung und bessere Durchblutung der Patienten sorgen.
Ergänzt wird dies durch ein enges Netzwerk: Hausärzte sind direkt im Gebäude ansässig, ebenso eine Apotheke und eine Praxis für Magnetresonanztomographie (MRT). Patientinnen und Patienten können ihre Arzttermine vor Ort wahrnehmen – ein Vorteil, der kurze Wege und schnelle Abstimmungen ermöglicht. In Zukunft sollen weitere Fachärzte hinzukommen.
Stärkung von Selbstständigkeit
Das Gesundheitszentrum Herxheim verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es geht nicht nur um die Heilung von Gelenken, sondern um die Stärkung von Selbstständigkeit und Lebensqualität. „Bewegung und Kräftigung stehen im Vordergrund. Wer im Alter beweglich bleibt, kann länger selbstbestimmt leben“, sagt Eisinger.
Hinter dem Zentrum steht ein großes Team: Von insgesamt 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in allen Einrichtungen Eisingers in Herxheim tätig sind, arbeiten rund 30 im neuen Gesundheitszentrum. Neben dem Gesundheitszentrum in der Luitpoldstraße gibt es in Herxheim noch zwei weitere Standorte der Reha Med Gesundheitspark GmbH – den Reha-Med-Gesundheitspark am Gäxwald und den Reha-Plus&Med-Park in der Christophorus Straße. Mit moderner Ausstattung, breiter medizinischer Vernetzung und regionaler Verankerung sei das Zentrum ein wichtiger Baustein der Gesundheitsversorgung in der Südpfalz.
Symbolträchtige Aktion
Eine symbolträchtige Aktion mit der AOK gab es dieser Tage im Gesundheitszentrum: Gemeinsam mit Martin Faust, Leiter Rehabilitative Versorgung bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, und Alexander Wildberger, Geschäftsbereichsleiter stationäre Versorgung, pflanzte Eisinger einen „Gesundheitsbaum“ im Terrassenbereich des Gesundheitszentrums in der Luitpoldstraße. „Er steht nicht nur symbolisch für das Wohlergehen unserer Patientinnen und Patienten, sondern auch für unser gemeinsames Engagement, die Gesundheitsversorgung in der Region zu stärken und nachhaltig zu gestalten“, erklärte Faust. Wildberger ergänzte, dass die Pflanzung einen bedeutenden Schritt in der Zusammenarbeit mit Reha-Med Herxheim markiere.