Bad Bergzabern
Gesamte Ware nach Brand in Wollgeschäft unbrauchbar
Ende März hält ein größerer Feuerwehreinsatz die Altstadt von Bad Bergzabern in Atem. Am Abend brennt es im Personalraum des Woll- und Stoffgeschäfts und der Schneiderei „Julaine“ in der Fußgängerzone. Die historischen Gebäude stehen dicht an dicht. Die Gefahr, dass der Brand auf die Nachbargebäude übergeht, ist groß. Glücklicherweise kann die Feuerwehr den Zimmerbrand schnell löschen. Einen Grund für den Brand kann sich damals keiner vorstellen, auch die Betreiberin des Geschäfts, Juliane Bohrer, nicht.
„Inzwischen waren zwei Gutachter da. Übereinstimmung besteht darin, dass es ein Elektroband war. Aber die genaue Ursache ist nicht klar“, sagt sie. Es müsse wohl ein elektrisches Gerät gewesen sein. Ob es der Herd, der Wasserkocher oder die Kaffeemaschine in der Personalküche gewesen sei, habe man nicht feststellen können. „Wir ziehen jetzt jeden Abend alle Stecker, auch wenn die Gutachter gesagt haben, dass so etwas sehr selten vorkommt“, erzählt Juliane Bohrer. Die Küche muss vollständig renoviert werden. Auch wegen des Brandgeruchs, der den größeren Schaden angerichtet hat.
Brandgeruch hat größten Schaden angerichtet
Im Woll- und Stoffgeschäft hat der penetrante Geruch ganze Arbeit geleistet. Das Geschäft ist geschlossen, Wolle und Stoffe sind weg. „Die ganze Ware ist unbrauchbar wegen dieses Geruchs. Wolle und Stoffe – alles hat danach gerochen“, erzählt Juliane Bohrer, die froh ist, dass ihre Hausratversicherung den Schaden von mehr als 70.000 Euro bezahlt. Und die Fixkosten wie Miete oder Personalkosten, bis sie den Laden wieder öffnen kann. Die Versicherung habe einen sogenannten Verwerter geschickt, der die Ware abgeholt habe. Sie gehe davon aus, dass sie gereinigt und wieder verwertet wird. „Man hat den Geruch auch jetzt immer noch deutlich in der Nase, deshalb müssen auch die Möbel professionell gereinigt werden“, erklärt Juliane Bohrer.
Wenigstens sei die Schneiderei nicht betroffen, man könne sie über die Königstraße 14 betreten. Auch die verschiedenen Handarbeitskurse würden weiterhin abgehalten. „Es war ein ordentlicher Schreck. Jetzt ist es fast ein Neuanfang mit einem enormen Kraftaufwand“, fasst sie die Situation zusammen. Sie freut sich über ihr „super Team“, die Unterstützung der Familie und ihres Vermieters und das Angebot von Kunden, die helfen wollen. Sie hat aber auch festgestellt, dass es inzwischen bei Wolle und Stoffen Preiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent gibt. „Ich bin froh, wenn wir wieder aufmachen können.“ Wann es so weit sein wird? Juliane Bohrer rechnet mit Ende Mai.