Kreis Südliche Weinstraße Geflüchteter Patient noch frei

Auf dem Gelände des Pfalzklinikums in Klingenmünster konnte der Gesuchte entkommen.
Auf dem Gelände des Pfalzklinikums in Klingenmünster konnte der Gesuchte entkommen.

Bei der sogenannten begleiteten Ausführung waren vier Patienten und zwei Mitarbeiter dabei, sagte Klinik-Pressesprecherin Elena Posth auf Anfrage mit Verweis auf den Maßregelvollzug, der verschiedene Stufen der Lockerungen vorsehe. Das Ausbüxen auf dem frei zugänglichen Klinikgelände sei sofort bemerkt worden. Theoretisch sei es bei jeder Ausführung möglich, dass sich ein Patient entferne, heißt es aus dem Pfalzklinikum. Pro Jahr gebe es im Schnitt viermal einen Missbrauch der Vollzugslockerungen. Einen Fall von Ausbruch, also dem Überwinden von Sicherheitssystemen, habe es seit dem Umbau der Klinik im Jahr 2009 nicht mehr gegeben. Nachdem die Polizei Bad Bergzabern alarmiert worden war, begann die Fahndung. Es wurden Streifen der benachbarten Dienststellen einbezogen. Auch die Öffentlichkeit sei sehr schnell informiert worden, verbunden mit dem Hinweis, dass Kontakte zu dem Mann unterlassen werden sollten, so Leitender Oberstaatsanwalt Udo Gehring von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die die Federführung in dem Fall übernommen hat. Der 29-Jährige war wegen eines Urteils des Landgerichts Kaiserslautern aus dem Jahr 2016 wegen gefährlicher Körperverletzung in der Klinik für Forensische Psychiatrie in Klingenmünster untergebracht worden. Bei der Polizei gingen etliche Hinweise der Bevölkerung zum Verbleib des 29-Jährigen ein. Angeblich soll der Dunkelhäutige mal in Frankreich, mal im Raum Speyer gesehen worden sein. Die Ermittlungsansätze führten bisher aber noch nicht zum Erfolg.. Nach Informationen der RHEINPFALZ hat der Gesuchte früher in Rammelsbach bei Kusel gelebt. Dies wurde von den Ermittlungsbehörden auch bestätigt. Der aus Ghana stammende Mann hatte sich vor Gericht wegen einer Reihe von Delikten verantworten müssen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen. Ein Sachverständiger hatte eine paranoide Schizophrenie attestiert. Mithin war der Beschuldigte schuldunfähig. Weil er jedoch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, sei er zunächst dauerhaft in einer geschlossenen Klinik unterzubringen, so die Entscheidung des Gerichts. In den Jahren zuvor war der Mann im Raum Kusel mehrmals strafrechtlich in Erscheinung getreten und dann auch verurteilt worden. Unter anderem hatte er nach Überzeugung des Amtsrichters in Kusel öfters seine Frau drangsaliert, sie geschlagen und bedroht. Das Ehepaar hatte gemeinsame Kinder. Eskaliert war die Sache im Sommer 2015. Der Mann hatte im Wald gehaust und mehrmals Leute attackiert, die ihm zu nahe kamen. Attackiert hat er auch Polizisten, als sie ihn Anfang September in Kusel schließlich festnahmen.

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