Kreis Südliche Weinstraße Gefährliches Pflaster
«Bad Bergzabern.» „Ich kriege heute noch einen Hals, wenn ich daran denke“, empört sich Bernd Ehrhardt aus Bad Bergzabern. Zweimal wäre er in der Neubergstraße fast angefahren worden und kam mit einem gewaltigen Schrecken davon, der ihm noch immer in den Gliedern sitzt. Die Straße soll wieder Einbahnstraße werden, sagt er. Dafür hat er einen entsprechenden Antrag an den Stadtrat gestellt.
„Sollte ich nochmals in eine solche Gefahr geraten und verletzt werden, bekommt die Stadt von mir eine Anzeige, das wird nicht angenehm und sehr teuer“, kündigt Ehrhardt an. Das ist seine Konsequenz aus dem, was er erlebt hat. Die Vorfälle haben sich im Juli ereignet, nur die schnelle Reaktion von Bürgern habe Schlimmeres verhindern können, erzählt der 63-Jährige, der seit 48 Jahren in der Kurstadt lebt, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Ich bin auf dem Gehweg am zurzeit leerstehenden Geschäft Ecke Weinstraße/Neubergstraße am Ludwigsplatz gelaufen, als ein Auto auf dem Gehweg von der Post kommend auf mich zugefahren ist, ausweichen ist an dieser Stelle unmöglich“, erzählt Ehrhardt. Der zweite Fahrer sei einige Tage später von der Weinstraße direkt auf ihn zugefahren. „Die Stoßstange war vielleicht zehn Zentimeter von meinen Beinen entfernt, ich habe einen wahnsinnigen Schrecken bekommen“, schildert er die Situation. Beiden Fahrern, die er persönlich kenne, habe er erklärt, dass er keine Möglichkeit gehabt habe auf dem Gehweg auszuweichen, abgesehen davon, dass das Fahren auf dem Gehweg verboten sei. „Ich kann ja nicht die Hauswand hoch“, so der immer noch geschockte Fußgänger. Die Reaktion der Fahrer sei nicht sehr freundlich gewesen, er sei noch „blöd angemacht“ worden. „Da muss man sich noch rechtfertigen, wenn man beinahe zusammen gefahren wird“, empört sich Ehrhardt, der von seiner Wohnung aus das tägliche „Chaos“ in der Neubergstraße beobachten kann. „Es ist ein weitgehend schmaler Bürgersteig, schon bei zwei Autos wird es eng, dazu kommt der Lieferverkehr, auch andere Bürger sind schon in gefährliche Situationen geraten“, ist seine Erfahrung. Zudem werde der Gehsteig auch noch wild zugeparkt. In seinem Antrag an den Stadtrat fordert er, die Verkehrsführung so schnell wie möglich zu ändern und wieder eine Einbahnstraßenregelung einzuführen, wie sie vor Jahren bereits bestanden hat. Er habe vor einiger Zeit auch mit Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU) und mit Stadträten gesprochen, über das Thema sei in einer Stadtratssitzung auch informiert worden. „Getan hat sich bis heute leider nichts“, stellt Ehrhardt fest. Der Stadtrat sei von den Bürgern gewählt und habe deren Vertrauen bekommen, daher sei es auch dessen Aufgabe, sich um die Belange der Bürger zu kümmern, findet Bernd Ehrhardt.