Pleisweiler-Oberhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Gaststätte des Sportvereins soll als Gruppenraum für Kita genutzt werden

Die Gaststätte des Sportvereins befindet sich im Untergeschoss der Nonnensuselhalle.
Die Gaststätte des Sportvereins befindet sich im Untergeschoss der Nonnensuselhalle.

Der ehemalige Ortsbürgermeister Harald Lehmann hat sein Mandat im Gemeinderat von Pleisweiler-Oberhofen niedergelegt. Der Grund: Die Gaststätte des Sportvereins in der Nonnensuselhalle soll künftig als Gruppenraum für die Kita eingerichtet werden. Mit dem Verein wurde das so nicht besprochen. Als „respektlos und schändlich“ bezeichnet Lehmann (SPD) das Vorgehen von Ortsbürgermeister Roland Gruschinski (CDU).

In der Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche wurden erste Pläne für die Erweiterung der Kindertagesstätte vorgestellt. Kein Zweifel besteht bei allen Beteiligten, dass eine Erweiterung notwendig ist. „Wir müssen eine dritte Gruppe einrichten, im Sommer haben wir 56 Kinder“, betont Ortsbürgermeister Roland Gruschinski im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Erweiterung soll zunächst provisorisch sein, bis der Umbau steht.

Die Gemeinde habe nicht nur mehr Kinder, sondern müsse auch dem „Gute-Kita-Gesetz“ Rechnung tragen, dass ab 2021 gelte. Und das unter anderem eine durchgängige sieben Stunden Betreuung mit Essen und Schlafen beinhalte, das alles brauche Platz. „Die Planungen sind schwierig“, sagt Gruschinski, der einen ersten Entwurf in der Gemeinderatssitzung vom Architekturbüro Jürgen Ochsenkühn, das auch die Nonnensuselhalle gebaut hat, vorstellen ließ.

Harald Lehmann legt Ratsmandat nieder

Der sieht vor, dass die Vereinsgaststätte des Sportvereins, die sich im Untergeschoss der Nonnensuselhalle befindet, Teil der angrenzenden Kita werden. Mit einem Gruppenraum und der dazu gehörenden Küche. „Es ist ein erster Entwurf, der mit den Vereinen noch besprochen werden soll“, sagt Gruschinski.

Genau dieser Entwurf hat Harald Lehmann so auf die Palme gebracht, dass er einen Tag später sein Mandat nach fast 40 Jahren im Rat niedergelegt hat. Den Gerüchten, dass die Vereinsgaststätte als Kita-Gruppenraum genutzt werden soll, habe er zunächst nicht geglaubt, bis die Pläne auf dem Tisch gelegen seien, so Lehmann in seiner schriftlichen Rücktrittsbegründung an den Ortsbürgermeister, die Verbandsgemeinde, die Vorsitzenden der örtlichen Vereine und seine SPD-Fraktion. „Die Rücktrittserklärung liegt uns vor“, bestätigt der geschäftsführende Beamte der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, Thomas Cornet.

Sportverein braucht Einnahmen aus Gaststätte

„Es ist für mich ein klares Signal, dass systematisch darauf hingearbeitet wird, die Vereine aus der Nonnensuselhalle hinauszudrängen, ich gehe sogar soweit zu behaupten, die Vereine sollen zum Aufgeben oder zur Auflösung gezwungen werden,“ meint Lehmann. Er kritisiert auch das Ausräumen der Vereinsgaststätte durch die Gemeinde, über die die Vereinsvorsitzenden nicht informiert gewesen seien.

Dass er nichts davon gewusst habe, dass die Gaststätte ausgeräumt wurde, bestätigt der Vorsitzende des Sportvereins, Harry Vetter, gegenüber der RHEINPFALZ. Er vertritt rund 160 Mitglieder des Sportvereins, der auch mit rund 40 Kindern und Jugendlichen Jugendarbeit leistet. „Das ist unverschämt“, sagt Vetter. Es habe vor rund 14 Tagen ein Gespräch mit dem Ortschef gegeben, in dem dieser angekündigt habe, dass das Sportheim für ein Jahr von der Kita genutzt werden müsse, dann sei alles wieder normal, so Vetter.

„Der Sportverein braucht die Einnahmen von der Bewirtung bei Schlachtfesten oder Weihnachtsfeiern in der Gaststätte, wir arbeiten alle ehrenamtlich“, sagt der Vereinsvorsitzenden, der seine Enttäuschung nicht verbergen kann. Sollten die Pläne für diese Variante des Kita-Ausbaus verabschiedet werden, sieht er seinen Verein langsam aber sicher „kaputt gehen“.

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