Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Göcklingen: Klimaquiz im Stile von „Wer wird Millionär?“

Kandidatin Heike Bensch aus Billigheim-Ingenheim hat sich wacker geschlagen.
Kandidatin Heike Bensch aus Billigheim-Ingenheim hat sich wacker geschlagen. Foto: Iversen

Energetische Gebäudesanierung – ein wichtiges, aber auch etwas dröges Thema. Wie kriegt man es spritzig an den Mann? Die Antwort der örtlichen Klimaschutzbeauftragten: mit einer Quizshow im Stile von „Wer wird Millionär?“.

Die Bühne der Kaiserberghalle in Göcklingen erinnerte am Donnerstagabend an der RTL-Studio, in dem die Quizshow „Wer wird Millionär?“ aufgezeichnet wird. Nur, dass nicht Günther Jauch die Fragen stellte, sondern Bauingenieur Ronald Meyer durch den Abend moderierte. Es ging auch nicht um Fragen über Gott und die Welt, sondern die Themen Klimaschutz und energetische Gebäudesanierung standen im Mittelpunkt der „18.500-Euro-Show“. Die etwas andere Art der Infoveranstaltung hatten sich die Klimaschutzbeauftragten der Stadt Landau, Maren Dern, und der Verbandsgemeinde Landau-Land, Sebastian Bauer-Bahrdt, ausgedacht.

Wer kennt Al Gores Klimafilm?

Alle müssten jetzt damit beginnen, aktiv Klimaschutz zu betreiben, es sei höchste Zeit, mahnte Moderator Meyer bei aller Leichtigkeit und allem Witz des Abends. Er fragte in die Runde, wer den Film „Titanic“ gesehen habe. Fast alle im Saal bestätigten dies durch Aufstehen. Und „Eine unbequeme Wahrheit“ – der Film des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore über die globale Erderwärmung? Nur wenige kannten ihn. „Für den Untergang eines Bootes interessiert sich die halbe Welt, für den Untergang der Menschheit interessieren sich nur wenige“, sagte daraufhin Meyer. „Unser Ziel ist, in der Verbandsgemeinde Landau-Land den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren“, sagte Bürgermeister Torsten Blank.

Und dann durfte gequizt werden. Kandidatin Heike Bensch aus Billigheim-Ingenheim arbeitete sich über 16 teils sehr fachliche Fragen hin zum Erfolg: der Zusage eines Sanierungszuschusses über 18.500 Euro für ihr Wohnhaus und der Auszahlung von 628 Euro in bar – der Eigenanteil für die Beauftragung eines Energieberaters.

Komplizierte Welt einfach erklärt

In der Südpfalz sei mittlerweile jedes zweite Wohnhaus ein energetischer Sanierungsfall, sagte Meyer. Da es aber über 5000 Fördertöpfe gebe, würden sich die Ausgaben rechnen. In die Show eingebunden waren auch regionale Handwerker, mit denen die Gäste im Anschluss noch Beratungsgespräche führen konnten. Bürgermeister Blank resümierte am Ende des Abends: „Eine komplizierte Welt wurde einfach erklärt.“

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